RuineBad Berneck

Ruine Hohenberneck

Ruine Hohenberneck

Die Ruine kann besichtigt werden

Die Burgruine Hohenberneck ist eine im spätgotischen Stil erbaute Amtsburg des späten Mittelalters. Die Burg liegt auf dem Schlossberg von Bad Berneck im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern. Sie ist frei zugänglich.

Die Ruine befindet sich in der Nähe der Burgruine Altes Schloss und der Turmburg Alt-Berneck am Ausgang des Kurparks in der Oberstadt von Bad Berneck.

Im Jahre 1478 wurde Veit von Wallenrode mit dem Burgstall der ehemaligen Walpotenburg, die an dieser Stelle vor 1168 durch Ulrich II. Walpot erbaut wurde, unter der Maßgabe, dort eine Burg zu errichten, belehnt. Veit war zu dieser Zeit Amtmann im Alten Schloss, das direkt unterhalb der Hohenberneck liegt. Das Alte Schloss war seit 1406 an die Wallenrode verpfändet, der Rückkauf erfolgte direkt vor der Belehnung im Jahre 1477, so dass Veit von Wallenrode über die notwendigen Mittel zum Burgenbau verfügte.

Veit von Wallenrode erlebte die Fertigstellung der Burg Neuwallenrode, wie sie zu dieser Zeit genannt wurde, nicht, da er 1499 starb. Seine Töchter verkauften die noch nicht fertiggestellte Burg an den Amtmann von Stein, Albrecht von Wirsberg. Dieser stellte die Burg fertig und verkaufte sie 1501 an Markgraf Friedrich II. von Brandenburg-Kulmbach. 1502 ist der erste Amtmann auf der Hohenberneck, wie die Burg nun hieß, belegt. Der Amtssitz wurde also vom Alten Schloss auf die neue Burg verlegt. Die Rolle der Burg als Amtssitz währte jedoch nur kurz, denn im Jahr 1557 wurde das Amt dem Kastenamt einverleibt, Amtmänner auf der Burg erscheinen nun in der Folge nicht mehr.

Mit der nun nicht mehr von Amts wegen benötigten Burg wurden von 1557 bis 1736 die von Wallenrode belehnt. Mit Karl Friedrich von Wallenrode, dem letzten Lehnsträger, starb die fränkische Linie der von Wallenrode aus.

1737 kaufte der Markgraf die Burg zurück. In einer um 1740 datierten Zeichnung ist die Burg bereits ohne Dach zu sehen. Wahrscheinlich spielte die Verlegung der Altstraße via imperii vom Schlossberg auf die neu errichtete Trasse durch das Knodental hier eine Rolle. Im ehemaligen Stadtmuseum ist eine 1751 zu datierende Grundbesitzkarte zu sehen, die sowohl den alten Weg über den Schlossberg als auch die neue Streckenführung parallel zeigt.

Die einzige bekannte historische Information über den Baubestand der Burg ist ein Beleg, dass 1506 ein Röhrenbrunnen auf die Burg gelegt wurde. Die Burg besaß also fließendes Wasser.

Die Burg wird im Norden – der Angriffsseite - von zwei Wallgräben geschützt. Direkt an der Altstraße befindet sich als zusätzliche Wehreinrichtung ein Halbschalenturm. Dieser hatte den Vorteil dem Feind selbst bei seiner Einnahme keinen Stützpunkt zu liefern, da er nach der Burgseite offen war. Auf der Südseite, in Richtung der Stadt, überbrückt eine Zugbrücke den kleinen Halsgraben. Die Marienkapelle unterhalb der Burg, die ehemalige Burgkapelle, ist in dieses Verteidigungssystem einbezogen.

Die Zugbrücke selbst zeigt deutlich den spätgotischen Stil der Burg. Das oberhalb angebrachte Wappen der Wallenrode verweist auf die beginnende Renaissance. In einem Kettenschlitz der Zugbrücke sieht man noch die Umlenkrolle der Zugbrückenketten bzw. –seile. In den als Schießscharten anzusehenden Dreipassfenstern des Baues sind Löcher eingelassen, die der Aufnahme des Prellholzes dienten, dass den Rückstoß der damals gebräuchlichen Hakenbüchsen auffing.

Im Osten ist ein Turm in die Ringmauer eingegliedert. Die beiden Rundbastionen an den Seiten dieses Turmes sind keine Überreste von ehemaligen Türmen, wie die Übergänge zur Burgmauer zeigen. Der mächtige Kanonenturm im Nordwesten, im Volksmund auch Hungerturm genannt, diente nie als Turmkerker, sondern ist bis auf den Mauerfuß als Verteidigungsbauwerk ausgelegt. Deutlich zu erkennen sind die einzelnen Stockwerke. Bemerkenswert sind die Senkscharten, die sich auch im Bering finden. Durch diese Schartenform konnte der Mauerfuß mit Schusswaffen bestrichen werden.

Das dominierende Gebäude der Burg ist der Palas oder das Wohngebäude. Bemerkenswert ist die ungleiche Anordnung der Fenster- und Türöffnungen die dem mittelalterlichen Geschmack entsprachen. Den relativen Wohnkomfort einer Burg des ausgehenden Mittelalters zeigen die Reste des Prunkerkers über dem Eingang auf der Südseite. Im Palas selbst sind im Mauerwerk auffällig viele Nischen zu finden. Diese dienten meist als „Einbauschränke“ bzw. Regale. In der ganzen Burg selbst ist deutlich zu erkennen, wie die Mauerdicke bereits in der Bauphase in die spätere Innengestaltung berücksichtigt wurde. Selbst der Ausgussstein im Osten ist in der Mauer eingelassen. Unterhalb des Ausgusses vermutlich eine Herdstelle. Im Erdgeschoss sind zwei in die Mauer eingelassene Öffnungen zu sehen, die vermutlich als ehemalige Kamine zu deuten sind. Die Eingänge in den herrschaftlichen Bereich befanden sich im ersten Stock.

Die Hohenberneck ist eine sehr späte Burg, gilt doch die Burgenbauperiode mit der Mitte des 15. Jahrhunderts als beendet. Der Bau wurde bislang noch nicht wissenschaftlich untersucht.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.0531, 11.6764