RuineEisenbach

Ruine Bacheburg

Ruine Bacheburg

Die Ruine kann besichtigt werden

Die Bacheburg war eine mittelalterliche Wasserburg der Niederadligen Bache von Neustadt, gelegen zwischen Mömlingen und Eisenbach im Landkreis Miltenberg in Bayern direkt an der Landesgrenze zu Hessen (Odenwaldkreis).

Die Burgruine (auch Untere Burg genannt) liegt auf einem freien Feld etwa 150 m südwestlich der Mümling im heutigen Obernburger Ortsteil Neustädterhof auf halbem Wege und östlich der Zufahrt von der B426 zum Neustädterhof. Sie ist wohl die Nachfolgerin einer bis etwa 1400 bestandenen Hügelburg oder Motte (Obere Burg genannt) auf dem Schneirersbuckel hinter dem Neustädter Hof. Diese war auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel erbaut und dürften ähnlich ausgesehen haben wie das noch erhaltene Templerhaus in Amorbach. So wie die alte Burg in Auseinandersetzungen mit dem Haus Erbach zerstört wurde, fand nur knapp vierzig Jahre später auch die zweite Burg in Auseinandersetzung mit einem Erbacher ihr Ende.

Die sogenannte Bacheburg wurde 1403 durch den sich später nach seiner Burg nennenden Jorg Bache von Nuwenstat erbaut. Dabei ist mit Nuwenstat nicht der heutige Breuberger Ortsteil Neustadt (1378 neu gegründet), sondern das viel ältere Neustadt (1113 erstmals genannt) und damit der heute als Neustädter Hof bekannte Obernburger Ortsteil gemeint. Die Burg wurde auf elterlichem Besitz erbaut, nahe der 1863 abgerissenen Kirche des Neustädter Hofes, in der wohl die Grablege der Familie war. In einer von ehemals zwei Steinplatten, die heute an der Mömlinger Kirche steht, soll im 19. Jahrhundert noch das Wappen der Bache eingemeisselt gewesen sein.

Jorg Bache hatte wohl mit riskanten Anstrengungen versucht, in jener für den Ritteradel sehr ungünstigen Zeit, den finanziellen Ruin seines Hauses abzuwenden und seiner Familie ein standesgemäßes Leben zu sichern. Mehreren Urkunden zufolge, war er gezwungen, seine kleine Burg den Grafen von Wertheim als damalige Herren auf der Burg Breuberg zu Lehen aufzutragen. Dennoch ließ er sich Rechte seiner Frau an dem Gebäude zusichern, die wohl als Witwensitz bestimmt war.

Verheiratet war Jorg mit Agnes von Erlebach. Über sie kam der Ritter zu Bamberger Lehensgut, somit auch zu rechtlichen Beziehungen zur benachbarten Kirche, die der Domprobstei Bamberg gehörte. Vom Standesbewusstsein des Ehepaares zeugt ein Vierwappenstein, der einst über dem Eingang der Wasserburg prangte und heute im Hinterhof des Obernburger Römermuseums eingemauert ist. Es zeigt die elterlichen Wappen der beiden, links die Schelris von Wasserlos und von Erlenbach (Mutter und Vater der Agnes), rechts die Raups (oder von Sulzbach) und der Bache (Mutter und Vater des Jorg).

Nach einer Urkunde von 1434 wird der Jorg Bache, wohl nach Auseinandersetzungen um das Pfaffstangengut, einen Fronhof im damaligen Dorf Hausen unter der Sonne (heute eine Wüstung), von Dekan und Kapitel des Aschaffenburger Kollegiatstifts mit dem Kirchenbann belegt. In diesem Zusammenhang steht wohl auch die Gefangennahme des damaligen Ortspfarrers von Wenigumstadt durch einen seiner Söhne, namens Hans Bache. Von Jorgs Söhnen Hans und Madern ist bekannt, dass sie Reisende, die unter dem Geleitschutz des Mainzer Erzbischofs standen, in den folgenden Jahren angegriffen und wohl auch beraubt haben. Eine der Gründe dürften die Auseinandersetzungen und der Geldmangel gewesen sein, der nach dem Kirchenbann ihres Vaters eintrat. 1440 wurde die Burg deswegen durch Reiter des Mainzer Erzbischofs Dietrich Schenk von Erbach eingenommen und zerstört. Hans Bache als Hauptschuldiger muss ein Jahr unter Hausarrest auf der niedergebrannten Burg bleiben. 1441 verkauften die beiden Söhne den (Rest)Besitz am Neustädter Hof. Hans wurde wertheimischer Burgmann auf Breuberg, Madern pfalzgräflicher Dienstmann auf der Veste Otzberg. Mit der Zerstörung der Burg durch Feuer verbrannten alle hölzernen Bauteile, so dass der Bau größtenteils unbewohnbar war.

Um 1700 wurden die alten Mauern der Raubritterruine durch einen als "Belljouseph" (Betteljosef) bekannten Räuber als Rückzug und Unterschlupf genutzt. 1750 wurde eine ganze Diebesbande in der Burgruine gefangen gesetzt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Wasserburg noch weiter zerstört. Ein Hofpächter nutzte die Steine der noch ziemlich hohen Mauern, die abgetragen und für die Reparatur der Mömlingbrücke und zum Uferschutz eingesetzt wurden. Andere widerstandsfähigere Teile sollen gesprengt wurden sein.

Die Burg ist heute nur noch in geringen Teilen als Ruine erhalten. Eine Besichtigung ist nur außerhalb der Feldbewirtschaftung (nach der Ernte und im Winter) möglich. Sie ist die letzte der vier Burgen des Eisenbacher Umfeldes, die Vorgängerburg und die zwei Burgen im Ort Eisenbach selbst, existieren heute nicht mehr.

Leider werden auch bei den Resten der Bacheburg keine Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt oder auf ihre Bedeutung im Mittelalter mit Hilfe von Schautafeln verwiesen.

Die Burg war eine kleine Wasserburg. Die beiden unteren Geschosse waren in Stein ausgeführt, darüber war der Ausbau mit Fachwerk. Die Burg war mit einem ca. sechs Meter breiten Wassergraben umgeben. Verlandete Reste des Wassergrabens sind noch sichtbar.

Nach den Zerstörungen des 18. und 19. Jahrhunderts blieb nur noch der kleine Rest der Bacheburg übrig, den man heute auf dem Feld sehen kann. Dazu gehört der Torbogen mit Resten des Torhauses an der Nordwestseite, der über eine Zugbrücke Zugang zum Vorhof gewährte. In der fast quadratischen Burg war nur in der südöstlichen Ecke ein weiteres, heute nicht mehr vorhandenes Haus an die Wehrmauer angebaut. Am nordöstlichen Ende sind heute noch Reste der Ringmauer zu erkennen.

Ihr Wappen zeigt im unteren Feld einen schwarzen Querbalken, im oberen einen wachsenden Löwen. Es verweist auf mehrere Niederadelsfamilien des Mümlingtales, die ein "Bach" im Namen führten und die rund um die Burg Breuberg existierten und ähnliche Familienwappen bezeugen, so zum Beispiel die Familie von Rosenbach und die Bache von Nalsbach.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.8416, 9.0938