KlosterSaint-Michel-en-l'Herm

Abbaye royale de Saint-Michel-en-l'Herm

Abbaye royale de Saint-Michel-en-l'Herm

Die Reste des Klosters können besichtigt werden

Die Abbaye Royale de Saint-Michel-en-l’Herm ist ein ehemaliges Benediktinerkloster in der Gemeinde Saint-Michel-en-l’Herm im Département Vendée (Region Pays de la Loire) im Westen Frankreichs, im Herzen des Marais Poitevin.

Sie zählt zu den ältesten Abteien des Marais Poitevin. Um 682 ließ Ansoald, Bischof von Poitiers, dreizehn Mönche aus der Abtei von Noirmoutier auf einer Kalkinsel namens Condate (oder Vieux-Condet) im Golf der Pictonen ansiedeln und dem Erzengel Michael weihen. Die Abtei spielte eine zentrale Rolle bei der Entstehung des trockengelegten Marschlandes: Ihr Reichtum – vor allem aus dem Salzhandel und aus Schenkungen – finanzierte große Deich-, Kanal- und Entwässerungsarbeiten, die die umliegenden Feuchtgebiete in nutzbares Weide- und Ackerland verwandelten. Der mächtige lokale Herr Savary de Mauléon ließ die Anlage zudem befestigen.

Die Abtei erlitt wiederholte Zerstörungen (darunter Wikingerüberfälle ab 877) und mehrere Wiederaufbauten. 1047 weihte Abt Aszo in Anwesenheit bedeutender aquitanischer Herren eine neue Abteikirche. Nach dem Konkordat von Bologna 1516 erklärte Franz I. sie zur königlichen Abtei; fortan standen Kommende-Äbte aus dem Hochadel an ihrer Spitze, darunter Charles de Bourbon und als letzter Kardinal Mazarin (1647–1661). Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts unternahm die Kongregation von Saint-Maur unter dem Architekten François Le Duc einen umfangreichen Neubau. Mit der Französischen Revolution (1790) wurden die Mönche vertrieben.

Zu den bedeutenden erhaltenen Teilen gehören der quadratische Kapitelsaal (im 20. Jahrhundert wiederentdeckt) mit reich skulptierten Kapitellen und dem Grab des Abtes Aszo († 1048), der offene Chauffoir (im 19. Jahrhundert wiederaufgebaut), das große Refektorium (teilweise unter einer Aufschüttung des 17. Jahrhunderts begraben) sowie das Logis de l’Aiguier mit seinem Taubenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Die aufeinanderfolgenden Bauphasen haben das Gelände um etwa zehn Meter über das ursprüngliche Niveau angehoben.

Die Abtei ist seit 1973 als Monument historique klassifiziert. Seit 1818 befindet sie sich in Privatbesitz der Familie und ist es bis heute. Geführte Besichtigungen (Gärten, Chauffoir, Kapitelsaal und Refektorium) werden vor allem im Sommer angeboten.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Spouik · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 46.3531, -1.2503