Antike BautenHesseneck-Hesselbach

Römisches Kleinkastell Zwing

Römisches Kleinkastell Zwing

Die Reste des römischen Kastells können besichtigt werden

Das Kleinkastell Zwing – auch Kleinkastell Jägerwiese genannt – war ein römisches Grenzkastell an der älteren Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes. Das heutige Bodendenkmal befindet sich auf einem Bergsattel knapp zwei Kilometer südlich von Hesselbach, einem Ortsteil der Gemeinde Hesseneck im Odenwaldkreis, unmittelbar an der Kreisstraße von Hesselbach nach Schloßau, einem Ortsteil der Gemeinde Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg.

Das Kleinkastell Zwing liegt auf einem Bergsattel (491,4 m ü. NN) zwischen der Hohen Langhälde (548,3 m ü. NN) im Norden und dem Hohwald (552,8 m ü. NN) im Süden, bei dem mehrere Waldschneisen und -wege auf die von Hesselbach nach Schloßau führenden Kreisstraßen K40 bzw. K3919 treffen. In antiker Zeit hatte es an dieser Stelle vermutlich die Aufgabe, einen Passweg zu überwachen, der vom Eutergrund über die Höllenklinge ins Waldleininger Tal führte.

Durch Steinraub und zeitbedingt unzureichende Grabungsmethoden des altertumsbegeisterten Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach (1754–1823), der bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts durch Johann Friedrich Knapp dort hatte graben lassen, war bereits sehr viel zerstört, als die Reichs-Limes-Kommission unter der örtlichen Leitung von Eduard Anthes 1895 das Areal untersuchte.

Kleinkastell+

Es konnte ein maximal 20 × 20 m großes Steinkastell nachgewiesen werden, das ein einzelnes, möglicherweise dem Limes zugewandtes Tor an der Nordostseite besessen haben könnte. Die Ecken des Kastells waren mit einem Radius von drei Metern abgerundet. Die Mauerstärke betrug 75 cm. Gräben konnten bei den Untersuchungen der Reichs-Limes-Kommission nicht festgestellt werden, die bei den älteren Nachforschungen beobachteten Gräben sind vermutlich durch den Ausbruch der Wehrmauern entstanden.

Heute ist von dem Kastell nichts mehr sichtbar außer einem römischen Relief, von dem eine Kopie in eine moderne Mauer eingelassen wurde. Das Original befindet sich im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe. Die 78 cm mal 61 cm große Platte wird in ihrem Zentrum von einer 36,5 cm durchmessenden, runden Fläche beherrscht, auf der sich vermutlich ursprünglich eine aufgemalte Inschrift befand. Links befindet sich die Figur eine Kriegers. Weitere Funde aus dem Kleinkastell, darunter zwei kleinere Reliefplatten, auf denen je ein Vexillum dargestellt ist, sind im Heimatmuseum Amorbach ausgestellt.

Limesverlauf zwischen den Kleinkastellen Zwing und Seitzenbuche+

Beginnend am Kleinkastell Zwing verlässt der Limes seinen bisherigen Nord-Süd-Verlauf und schlägt in einem weiten, bis zum Wp 10/35 verlaufenden Bogen eine ostsüdöstliche Richtung ein, die er annähernd linear bis zum Kleinkastell Seitzenbuche beibehält. Der Limesverlauf führt ausschließlich durch dicht bewaldetes Gebiet, wodurch der gute Erhaltungszustand der römischen Relikte erklärbar ist. Vom Kleinkastell Zwing mit seinen rund 491 Höhenmetern steigt der Limes zunächst noch einmal um über 60 Meter bis zum Wp 10/34 (553 m ü. NN) an, um danach kontinuierlich bis auf 462 Höhenmeter beim Kleinkastell Seitzenbuche abzufallen.

Limesmauer

Etwa 150 m südlich des Kleinkastells Zwing befinden sich die Überreste eines eher ungewöhnlichen Abschnittes des Odenwaldlimes. Auf einer Länge von 112 m wurde der Limes nicht als Palisade, sondern als Mauer aus Buntsandstein ausgeführt. Der Grund dürfte wohl die Schwierigkeit beim Ausheben des Palisadengräbchens in felsigem Untergrund gewesen sein, während Steine dort, am höchsten Punkt des Odenwaldlimes, in Fülle vorhanden waren. Die Mauer weist eine Breite von 0,9 m auf und wurde nach oben mit abgerundeten Sandsteinblöcken abgeschlossen. Auf der „römischen“ Seite sind die Steine ordentlich abgearbeitet, während sie auf der dem Reich abgewandten Seite nur grob behauen sind.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:KK_Zwing.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.5610, 9.1010