Die Reste des römischen Kastells können besichtigt werden
Römisches Kleinkastell Robern

Das Kleinkastell Robern, das auch unter den Namen Hönehaus bzw. Hönenhaus bekannt ist, war ein römisches Grenzkastell an der älteren Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes auf dem Gebiet der Gemeinde Fahrenbach im badischen Neckar-Odenwald-Kreis.
Lage und Forschungsgeschichte+
Das heutige Bodendenkmal befindet sich im „Kapellenwald“ zwischen dem Limbacher Ortsteil Wagenschwend und dem Fahrenbacher Ortsteil Robern. Es liegt dort zum Fuße eines relativ steilen Abhangs hin, in einem Bereich, in dem dieser ein wenig abflacht.
In der älteren Literatur und im Volksmund wird das Kleinkastell auch Hönehaus oder Hönenhaus genannt, darf aber nicht mit dem gleichnamigen Kastell Hönehaus der Jüngeren Odenwaldlinie des Obergermanisch-Raetischen Limes verwechselt werden. In der örtlichen Folklore spielte die ehemalige römische Garnison in einigen Sagen eine gewisse Rolle.
Nachdem das Kastell im Mittelalter und in der Neuzeit durch den Umstand, dass es für Robern und Wagenschwend als günstiger Steinbruch diente, einigen Substanzverlust erlitten hatte, wurde es im Mai 1893 von der Reichs-Limes-Kommission unter der Leitung des zuständigen Streckenkommissars Karl Schumacher archäologisch untersucht und dokumentiert.
Heute sind die Grundmauern des Kastells konserviert und öffentlich zugängig.
Befunde+
Die Ausgrabungen der Kommission förderten eine nur etwa 400 Quadratmeter große Fortifikation zu Tage, die zuvor noch für einen Wachturm (Wp 10/48) gehalten worden war. Es handelte sich aber um ein zweitoriges Steinkastell mit einem leicht verschobenem quadratischen Grundriss von 20 m Seitenlänge. Die steinerne Umwehrung besaß stark abgerundete Ecken und war vollständig aus rotem Sandstein gebaut. Die Stärke des aufgehenden Mauerwerks, das auf einem Fundament aus kleineren Sandsteinbrocken ruhte, betrug 95 cm bis 104 cm. Am Fuße des Aufgehenden befand sich ein 14 cm bis 18 cm hoher, abgeschrägt vorspringender Sockelgurt. Ursprünglich war die Mauer mit einem weißen Mörtelverputz mit aufgemalten roten Scheinfugen verkleidet.
Der Haupteingang der zweitorigen Anlage befand sich zum Limes hin, auf der Ostseite des Kastells. Er war 2,96 m breit und von 91 cm bis 98 cm mächtigen, eingezogenen Torwangen flankiert. Aus dem Tor führte ein drei Meter breiter Weg mit einer Steinstickung, der den an dieser Stelle fünf Meter breiten Limesbegleitweg kreuzte und zu einer Quelle führte. Das zweite Tor auf der westwärts gewandten Dekumatseite (rückwärtigen Seite) des Lagers bestand aus einem einfachen, nur 1,71 m breiten Durchgang. Ein Wehrgraben war nicht vorhanden.
Im Inneren der Fortifikation befanden sich keine Steingebäude, sondern ausweislich der gefundenen Lehmbrocken lediglich Fachwerkbauten. Über die Besatzung, vermutlich die Vexillatio einer größeren Auxiliareinheit, ist nichts bekannt. Aus dem Kastell stammen einige Gesims- und Deckelsteine sowie ein Relief der Victoria.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:200910260951MEZ_KK_Robern_06.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.4664, 9.1599