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Römischer Wachturm 8/2

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Die Reste des römischen Wachturms können besichtigt werden



Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.

Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.

Wachturm 8/2+

Der rechteckige, 4,90 × 4,66 × 4,80 × 4,80 Meter große Steinturm wurde 1880 durch den altertumsbegeisterten Privatgelehrten Karl Christ (1841–1927) teilweise freigelegt und 1893 von Karl Schumacher (1860–1934) für die RLK vollständig ergraben. 1970 erfolgte eine erneute Aufdeckung, Einmessung und Neukonservierung. Dabei bestätigten sich die Angaben aus dem ORL vollständig. Das in Doppelschalentechnik errichtete 0,75 bis 0,90 Meter breite Originalmauerwerk war noch durchschnittlich 0,70 bis 0,90 Meter hoch erhaltenen. Die Außenseiten der Mauern bestanden aus unterschiedlich großen Handquadern. An der Außenseite zeigte sich ein 0,5 bis 0,10 Meter breiter Sockelabsatz. Das Innere war mit eingeschlichteten mörtelvergossenen Bruchsteinen gefüllt. Im Turminneren stellten die Ausgräber der Reichs-Limes-Kommission an den Mauersteinen anhaftende, geringe Reste von möglicherweise zwei Brandschichten fest. Außer Scherben fand sich eine silberne Fibel des 3. Jahrhunderts. Umgeben war das Bauwerk im Abstand von 0,6 beziehungsweise 1,1 Metern von zwei rechteckigen Gräbchen. Davon war das innere ein steil geböschtes Palisaden- oder Zaungräbchen, das äußere ein flacher Entwässerungsgraben. Leider wurde das Turminnere während der erneuten Ausgrabung durch das Staatliche Forstamt Walldürn ohne vorherige archäologische Untersuchungen so nachhaltig bis zum gewachsenen Boden ausgeräumt, dass eine Überprüfung der durch die RLK gemachten Brandbeobachtungen 1970 nicht mehr möglich war. Es ließen sich damals jedoch noch einzelne Fragmente von Henkelkrügen und Töpfen auflesen. Rund 17,40 Meter von der Ostfront des Turmes entfernt, entdeckte die RLK den Palisadengraben des Limes.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.5350, 9.3918