Antike BautenWalldürn

Römischer Wachturm 7/35

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Die Reste des römischen Wachturms können besichtigt werden



Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.

Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.

Wachturm 7/35+

Am Ende des 19. Jahrhundert zeigte sich von der Turmstelle noch ein großer Schutthügel. Conrady legte lediglich die Westseite des Turms frei. Von der 0,80 Meter breiten Mauer hatten sich noch drei in Lehmverband aufgemauerte Schichten erhalten. Die anderen Seiten des Turms waren offensichtlich ausgebrochen. Der Forscher konnte außerdem noch einen um die Turmstelle gelegten Drainagegräbchen feststellen. Bei der Suche nach Palisade und Graben konnte Conrady 1885 lediglich die Spuren der Palisade feststellen. Eine Nachuntersuchung von 1901 ergab selbst 4,30 Meter hinter der Palisade nur gewachsenen Boden. Vom 1. Juli bis September 1968 ließ das Staatliche Forstamt und die Stadt Walldürn Wp 7/35 vollständig freilegen und anschließend konservieren. Dabei kamen etliche Lesefunde zum Vorschein:

  • Geschirr, Kochbedarf, Lebensmittelaufbewahrungsbehälter: Scherben einer Terra Sigillata-Tasse Drag. 31/37, ein Firnisbecher mit Griesbewurf, eine Tasse aus grauem Ton, sechs Töpfe, drei Reibschüsseln, zwei Doppelhenkelkrüge;
  • Werkzeuge: ein Eisenhammer, ein Eisennagel mit flachem Kopf;
  • Münzen: ein während der Regierungszeit des Kaisers Vespasian (69–79) in Rom geprägter Denar.

Diese Funde kamen in das Badische Landesmuseum. Der heute sichtbare Turm wurde im Zuge der Konservierung auf zwei bis drei Lagen aufgemauert und der umlaufende Graben ausgehoben.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.5933, 9.3799