Antike BautenWalldürn

Römischer Wachturm 7/31

Für dieses Objekt fehlt ein Foto. Melde dich an, um eins beizusteuern.

Die Reste des römischen Wachturms können besichtigt werden



Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.

Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.

Wachturm 7/31+

Der damals große Schutthügel von Wp 7/31 war bereits dem Archäologen Eduard Paulus (1837–1907) und wurden von Conrady 1879 und 1880 erstmals untersucht. Wie der Name des Waldbezirks Steinernes Haus bezeugt, war das Wissen um einen alten Siedlungsplatz nie ganz verloren gegangen. Die Ruine war damals auch als Hönehaus (sprachetymologisch von Hüne) bekannt und durch die Sage vom Riesenfräulein bekannt. Über dem regelmäßig angelegten Fundament aus schräg gestellten Steinen hatten sich die 0,75 bis 0,85 Meter breiten Mauern eines rechteckigen Gebäudes erhalten. Tiefgreifendere Untersuchungen fanden zur Zeit der RLK nicht statt. Es wurde jedoch erkannt, daß der eigentliche Wachturm noch nicht gefunden worden war.

Erst im Oktober 1969 erfolgte eine durch das Staatliche Forstamt Walldürn geleitete vollständige Freilegung und auf drei Lagen aufgemauerte Konservierung der Fundstelle. Dabei konnte neben dem vermutlich einstöckigen Nebengebäude auch das knapp 6 Meter weiter südlich gelegene, rechteckige Steinturmfundament ermittelt werden. Das Bauwerk mit seinen rund 0,80 Meter breiten Mauern besaß eine Größe von 4,70 Metern (NO und SW) × 4,50 Metern (NW und SO) und war in Zweischalentechnik errichtet worden. Der Graben des Turmes wurde mit zwei Schnitten so erfaßt, daß es zu keiner Klärung kommen konnte, ob dieser Graben rund oder rechteckig gewesen ist. An den beiden untersuchten Stellen war der Graben 1,80 beziehungsweise 2,00 Meter breit und von der Grabenspitze bis zur Turmmauer 2,5 und 3,2 Meter entfernt. An der Innenseite der Nordostwand des Nebengebäudes konnte ein offensichtlich nachträglich eingebauter Mauerwinkel festgestellt werden. Die beiden Flanken (NO- und SW-Seite) des Bauwerks waren 8,10 Meter lang, die Schmalseiten wurden mit 6,50 (NW) und 6,80 (SO) Metern eingemessen. Durch zwei Suchschnitte ließ sich der V-förmige Graben der Limespalisade in einer Entfernung von rund 17,50 Metern (Grabensohle) zur Turmstelle ermitteln. Er war an diesem Punkt noch 0,70 Meter breit. Als verwendete Holzart für die Palisade konnte aus den erhaltenen verkohlten Hölzern mit einiger Sicherheit Rotbuche bestimmt werden. Für eine Altersbestimmung waren die Proben jedoch nicht geeignet.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.6058, 9.3665