Der römische Wachturm kann besichtigt werden
Römischer Wachturm 14/78

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.
Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.
Bei Wp 14/78 wird die Lage des Limes auf dem Bergsporn besonders deutlich. Bereits der Name der Flur, Pfahlbuck, macht deutlich, daß das Wissen um den Pfahl, wie die Limesanlagen früher oft genannt wurden, in diesem Bereich nie völlig verloren ging. Im Norden liegt talwärts das Kälbertal; im Süden und Westen fließt tief unten die Altmühl. In der Antike hatte man von hier aus Sichtkontakt zum Kastell Böhming. Am sichtbaren älteren, rund 11 × 11 m großen Holzturmhügel lassen sich der noch rund 20 bis 40 cm tiefe Ringgraben sowie die vier von der RLK ergrabenen, noch rund 20 cm tiefen Pfostenlöcher erkennen. Ein wenig westlich davon, wieder in einem Limesknick nach Norden, liegt ein 5,5 × 6,5 Meter umfassender Steinturm, an den die später errichtete Limesmauer nachträglich angebaut wurde. Den Platz hat der Fremdenverkehrsverein Kipfenberg 1996 mit einem im rustikaler Bauweise errichteten „Limesturm“ ausgestattet. Dieser touristische Aussichtspunkt entspricht in seiner Bauweise nicht den wirklichen Ausgrabungsbefunden am rätischen Limes. Gleiches gilt bedingt auch für das mit dem Turm errichtete Teilstück der Palisade. Im Zuge des Ausbaus zum Fremdenverkehrspunkt fand an dem Turm eine erneute Grabung statt. Anschließend wurde auf den originalen Fundamenten eine 0,80 cm hohe Teilrekonstruktion errichtet und die Bäume ringsum gefällt. Die Überkreuzung der älteren Palisade mit der Limesmauer ist seitdem durch die Öffnung des Palisadengabens am Schnittpunkt sichtbar. Nach diesem Turm kann die nun in west-östliche Richtung laufende Limesmauer noch gut 53 Meter zum Ende des Bergsporns an einem Steilhang verfolgt werden. Dann bricht sie ab. Noch im 18. und 19. Jahrhundert soll das Bauwerk aber weiter den Hang hinab verfolgbar gewesen sein. Im Tal an der Altmühl fand die RLK gut erhaltene hölzerne Grenzsperren.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.9510, 11.3759