Der römische Wachturm kann besichtigt werden
Römischer Wachturm 14/55

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.
Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.
1,05 km von Wp 14/54 entfernt ist das 6,2 × 5,9 m große, etwas verfallene Steinturmfundament im Wald sichtbar konserviert. Der Turm mit seinen 0,76 m dicken Mauern wurde bereits 1789 von dem Geistlichen Rat und Professor der Mathematik, Ignaz Pickel (1736–1818) aus Eichstätt ergraben, untersuchst, vermessen und zeichnerisch festgehalten. Dabei fanden sich auf dem gepflasterten Boden im Turminneren Tuffsteine, die in dieser Gegend nicht vorkommen. Der damals an seinem höchsten Punkt noch 5 Nürnberger Schuh (1,50 m) hohe Turm besaß einen ebenerdigen, seitlich versetzten Eingang. Wie der Befund zeigte, wurde die laut Pickel in diesem Bereich 4 Schuh (1,20 m) breite und damals offenbar noch in einem guten Zustand befindliche Limesmauer nachträglich an den Turm gebaut. Auch Friedrich Ohlenschlager (1840–1916) sah das Bauwerk 1890 „fast mannshoch mit gemörtelter Mauer“ erhalten und erwähnte, daß der Pappenheimer Dechanten und Konsistorialrats Michael Redenbacher (1764–1816) als zusätzliche Beobachtung noch Fischgrätmuster im Mauerwerk gesehen hatte. Doch schon zu Ohlenschlagers Zeiten zerstörten die Bewohner der Gemeinde Kaldorf den bis dahin besterhaltendsten Turm der Umgebung als billigen Steinbruch.[2] Eine nach den Verwüstungen auf 0,60 Meter Höhe erfolgte Restaurierung sah der Archäologe Dietwulf Baatz 1974 bereits wieder als „vor längerer Zeit konserviert.“
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 48.9875, 11.1441