Die Reste des römischen Wachturms können besichtigt werden
Römischer Wachturm 10/35

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.
Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.
An einem Abhang gelegene Steinturmruine nebst zwei Turmhügeln der hölzernen Vorgängerbauten. Der Steinturm hatte einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 5,25 m, die Stärke seiner Mauern belief sich auf 90 cm. Im Fundmaterial befand sich unter den zahlreichen Baufragmenten eine Inschriftentafel, die Bauinschrift des Turms, die sich und damit die Errichtung des Turmes auf das Jahr 146 n. Chr. datieren ließ. Die Inschrift lautet (stark ergänzt):
Imp(eratori) Caesari divi
Hadr(iani) fil(io) Tit(o) Ael(io)
Hadrian(o) Antonino
Au]g(usto) [Pio pont(ifici) max(imo) trib(unicia)
pot(estate) VIII c[o(n)s(uli) IIII p(atri) p(atriae)
Brit(tones) Tr[iput(ienses) Cla-
ro II et S[evero co(n)s(ulibus)
Übersetzt: „Dem Imperator Caesar, dem Sohn des vergöttlichten Hadrian, Titus Aelius Hadrianus Antoninus Pius, Pontifex Maximus, im achten Jahr seiner tribunizischen Gewalt, viermal Konsul, Vater des Vaterlandes, von den Britones Triputienses. Im Jahr, in dem Clarus zum zweiten Mal und Severus Konsuln waren.“
Der unmittelbar neben dem Steinturm gelegene obere Holzturmhügel ist noch relativ hoch erhalten und hat von Grabenrand zu Grabenrand einen Durchmesser von 15 m (von Grabenmitte zu Grabenmitte neun bis zehn Meter). Der untere Holzturmhügel ist sehr flach und besitzt einen Durchmesser von 25 m. Der Abstand des Palisadengrabens betrug 32 m von der Front des Steinturms und etwa 30 m von den Holztürmen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Wp_10-35_Stein.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.5546, 9.1063