Die Reste des römischen Wachturms können besichtigt werden
Römischer Wachturm 10/34

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.
Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.
Unweit der Limesmauer befindet sich der Wp 10/34 „Im Hohen Wald“. Sichtbar ist die konservierte Steinturmruine. Die Holzturmstelle wurde durch einen kleinen neuzeitlichen Steinbruch teilweise zerstört. An diesem Turm wurden bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung Graf Franz von Erbach Ausgrabungen auf der Suche nach „römischen Altertümern“ vorgenommen. Am Wp 10/34 kam damals ein Handquader zutage, der die Inschrift CHO I trug. Er wurde im Park des Grafen in den dort aufgestellten Sockel eines Limeswachturms (auf dem Kopf stehend) verbaut. Die Inschrift bezieht sich auf die Cohors I Sequanorum et Rauracorum, die im Kastell Oberscheidental stationiert war. Deren Kommandant hatte einen längeren Grenzabschnitt zu verwalten und zeichnete auch für den Bau der hiesigen befindlichen Türme verantwortlich.
Weitere Ausgrabungen erfolgten − wie an allen Turmstellen dieses Limesabschnitts − im Jahre 1896.
Der Steinturm besaß einen quadratischen Grundriss von 5,20 m Seitenlänge und verfügte über einen Meter dicke Mauern. An der Außenseite fanden sich noch Reste des weißen, mit roten Scheinfugen bemalten Verputzes. Zu den Begleitfunden der Grabung gehörten zwei Pfeilerreste sowie zwölf Geschützkugeln aus Buntsandstein mit Durchmessern zwischen 10 cm und 22 cm. Der Holzturm, dessen Hügel schon zu Zeiten der Kommission durch Steinbrucharbeiten stark in Mitleidenschaft gezogen war, befand sich etwa 13 m nördlich des Steinturms. Die Limespalisade passierte die Turmgruppe in einem Abstand von 33,35 m zum Steinturm bzw. rund 30 m zum Holzturm.
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Wp_10-34_Stein.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.5580, 9.1029