Antike BautenHesselbach

Römischer Wachturm 10/30 (Hesselbach)

Römischer Wachturm 10/30 (Hesselbach)

Der römische Wachturm kann besichtigt werden

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge 550 km, von Eining bei Regensburg bis Rheinbrohl am Rhein, das größte Bodendenkmal in Deutschland und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Mit Limes (lat. Grenzweg/-wall) werden dabei die Grenzanlagen des römischen Imperiums bezeichnet, die gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurden.

Diese Grenze wurde durch mehr als 900 Türme überwacht, die in der Entstehungsphase etwa ab 80 n. Chr. in Holzbauweise errichtet wurden. Es folgten Steintürme, die ab 150 n. Chr. verputzt wurden. Durch Ausgrabungen ist bekannt, dass der weiße Verputz oft eingerissene Fugen aufwies, die in Terrakotta ausgemalt waren. Dadurch entstand der Eindruck eines schönen Quadermauerwerks.

Konservierte und rekonstruierte Turmstelle eines Stein- und eines Holzturms nebst rekonstruierter Limespalisade. Der Steinturm wurde von Friedrich Kofler während der Ausgrabungen des Kastells Hesselbach, der Holzturm von Anthes 1895 untersucht.

Der Steinturm besaß einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 4,80 m. Der sich deutlich im Gelände abzeichnende Holzturmhügel trug ein Trockenmauerfundament mit ebenfalls quadratischem Grundriss, dessen Seitenlänge 5,25 m und dessen Mauerstärke 65 cm betrug. Im Inneren war das Turmfundament durch eine weitere, 90 cm starke Trockenmauer in zwei ungleich große Räume geteilt. Zudem war die Westmauer in dem größeren, südlichen Raum auf eine Breite von 1,20 m verstärkt worden. Der Turm war von einem 20 m durchmessenden Ringgraben umgeben.

Die Limespalisade passierte den Holzturm in 30 m östlicher Entfernung. Im Abstand von 8 m bis 10 m war ihr der Limesbegleitweg vorgelagert, dessen Breite an dieser Stelle mit den ungewöhnlichen Maßen von 7,50 m und 9,00 m festgestellt wurde. Die Palisade selbst, deren Spuren an dieser Stelle zum ersten Mal am gesamten Odenwaldlimes beobachtet worden sind, ist im Bereich des Wp 10/30 besonders aufmerksam untersucht worden. Sie bestand aus 25 m bis 30 m dicken Stämmen, die in einem 1,40 m eingetieften Graben mittels feuchter, gestampfter Erde unter Zuhilfenahme von Keilsteinen befestigt worden sind.

Die Turmstelle wurde 1979 vom Rotary Club Erbach-Michelstadt erneut freigelegt und gesäubert. Anschließend wurden in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen das aufgehende Mauerwerk des Steinturms und die Fundamentmauer des Holzturms konserviert und teilweise wieder aufgemauert. Des Weiteren wurde ein Stück der Limespalisade rekonstruiert. Durch die so zur Geltung gebrachte Vollständigkeit des Ensembles zählt diese Anlage zu den am besten erhaltenen des Odenwaldlimes.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.5945, 9.0843