Die Reste der römische Stadt können besichtigt werden
Römische Stadt Vasio Vocontiorum

Die Region wurde durch Kelto-Ligurer bewohnt, die auch die Bronze einführten. Über Jahrhunderte wechselten die keltischen Einwohner von Vaison, das Volk der Vocontier, ihren Wohnsitz zwischen den beiden Ufern der Ouvèze. Ihr erstes oppidum lag als Feste auf der Hügelkuppe, das ihre regionale Hauptstadt darstellte. Nach der römischen Eroberung im 2. Jahrhundert v. Chr. siedelten die keltischen Einwohner neben den Eindringlingen in den fruchtbaren Ebenen jenseits der Ouvèze.
Die Römer werteten die Stadt ihrer Vertrags- und Bündnispartner auf, die daraufhin mit Villen, Theater, Bädern, Aquädukt und Brücke ausgestattet wurde und auf ca. 10.000 Einwohner anwuchs. Vasio gehörte zur römischen Provinz Gallia Narbonensis. Aus ihr stammte der Prätorianerpräfekt Sextus Afranius Burrus und – gemäß einer nicht eindeutig zu verifizierenden Hypothese – auch der Historiker Cornelius Tacitus.
Die Stadt wurde bei der fränkischen Invasion schwer beschädigt. Im 12. Jahrhundert errichtete der Graf Raymond VI. von Toulouse an Stelle der keltischen Feste eine mittelalterliche Burg, deren Sicherheit die Anwohner in die Haute Ville anzog. Im 14. Jahrhundert gelangte Vaison in den Besitz des Comtat Venaissin, dem päpstlichen Eigentum, zu dem es bis zur Französischen Revolution gehörte.
Römische Ausgrabungen
Vaison-la-Romaine ist die größte französische archäologische Ausgrabungsstätte. Die archäologischen Hinterlassenschaften, die heute zu besichtigen sind, stammen aus dem 1. und 2. Jahrhundert n.Chr.
Aufgrund der Größe der öffentlichen Bauten, soweit sie ausgegraben werden konnten, lässt sich schließen, dass die Stadt in römischer Zeit ca. 60 bis 70 Hektar Fläche besaß. Das Amphitheater wurde in den Nordhang des Fels des Puymim-Hügels geschlagen und bot etwa 5.000 bis 6.000 Zuschauern Platz.
Im Osten Vaisons wurde in augusteischer Zeit ein Tempel errichtet. Große Gärten mit Säulen umgeben ihn. Dies war ein öffentlicher Ort für religiöse Zeremonien. Reste verschiedener Thermalbäder können an verschiedenen Orten in der Umgebung besichtigt werden, darunter im Osten der gepflasterten Straße (Villasse), auf dem Südufer der Ouvèze, die bekannteren Bäder im Norden aus der Mitte des ersten Jahrhunderts auf 2.000 m². Die ältesten Bäder nehmen eine Fläche von 2.300 m² ein und liegen im Maison du Buste d'Argent, einem nach der darin gefundenen Silberbüste des Bauherrn benannten Haus. Die Villa verfügte über Mosaikböden und zwei Gärten mit Wasserbecken. Auch das benachbarte Maison du Dauphin war mit Gärten und Becken ausgestattet. Das Herz der Römerstadt – Forum und Basilika – wird durch die moderne Stadt bedeckt und ist deshalb nicht ausgegraben. Aber immerhin ein Fünftel der Römerstadt – 13 Hektar – wurde freigelegt und lässt sich von der Place Abbé Sautel aus betreten.
Die 17 m weite römische Brücke über die Ouvèze ist eine der wichtigsten Brücken in der Provinz Narbonne und eine der sehr seltenen antiken Brücken, die noch heute in Betrieb ist. Sie spielte eine strategische Rolle als einzige Querung der Ouvèze. In der Zeit der Grafen von Toulouse wurde sie als Zollbrücke genutzt, die mit einem Wehrtor zur Oberstadt geschützt wurde. Im 15. Jahrhundert wurde sie als Kontroll- und Wachposten benutzt.
Im archäologischen Museum auf der anderen Seite des Puymin-Hügels – dem mit 60.000 bis 65.000 Eintritten meistbesuchten seiner Art in der Region – können eine Vielzahl von Objekten und Inschriften, die bei den Grabungen entdeckt wurden, bewundert und der Alltag in römischer Zeit in einem Provinzort besser verstanden werden. Darunter ist das Modell des Amphitheaters und des Maison du Dauphin, aber auch Alltagsgegenstände, Fresken und exquisite Mosaike, die in der Villa du Paon gefunden wurden und einen Eindruck vom superben Geschmack der Innendekoration jener Epoche verleihen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Maison_a_l%27apollon_laure.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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