Das Römerbad kann besichtigt werden
Römerbad ICINIACVM (Iciniacum)

250 Meter westlich des Kastells Theilenhofen, von der Südwestecke des kurzfristigen Lagers nur durch eine moderne Straße getrennt, liegen neben einem Fischweiher die heute restaurierten Mauerstümpfe des Militärbades (Balineum). Es wurde vermutet, dass sich die ungewöhnlich große Entfernung zur Garnison aus den lokalen Wasserverhältnissen ergab. Von den beiden ergrabenen Bauphasen der Therme wurde die letzte konserviert. Man geht davon aus, dass das erste Badehaus an diesem Platz der Holz-Erde-Zeit des Kastells Iciniacum um 100 n. Chr. zuzuordnen ist. Mit der gesamten Ansiedlung und Wehranlage ist auch die Therme mit dem Limesfall wohl um 260 zerstört worden.
Die 1820 erstmals als „Schwitzbad“ beschriebene Therme geriet später wieder aus dem Blickfeld. Ihr ungefährer Standort neben einem Weiher am oberen Ende des Echerbachtälchens wurde jedoch von der Reichs-Limes-Kommission noch im Übersichtsplan zum Kastell als „Bad“ erwähnt. Im 20. Jahrhundert geriet die Stelle zu einer wilden Müllkippe, die erst im Zuge der Flurbereinigung saniert wurde. Bei der damaligen Neuanlage von Weihern für den Wasserrückhalt fand die „Wiederentdeckung“ des anschließend restaurierten und teilrekonstruiertem Kastellbades statt, das seitdem zu einem bekannten Besucherziel wurde.
Die heute sichtbaren, 16,5 × 28,5 m großen Überreste sind in der Art römischer Reihenbäder ausgeführt. Es lassen sich sieben Räume ausmachen. Betreten wurde die Therme, deren Boden mit ansprechendem Solnhofener Plattenkalk ausgestattet war, von der Nordseite. Dort befand sich ein Korridor, der gleichzeitig ein Auskleideraum (Apodyterium) gewesen ist. Hier fand man 1970 einen Weihestein an die Göttin Fortuna.
Fortun(ae)
Aug(ustae)
sacrum
coh(ors) III Br(acaraugustanorum)
cui prae(e)st
Vetelli(us)
v(otum) s(olvit) l(ibens) l(aetus) m(erito)
Übersetzung:
Für die heilige Fortuna Augusta hat die 3. Bragaer Kohorte, welche Vetellius befehligt, ihr Gelübde gern, freudig und nach Gebühr eingelöst.
Vielleicht ebenfalls aus dem Bad stammte ein 1820 „auf der Weil“ entdecktes Relief, das einen Flußgott zeigte. Dieser Stein, der sich einst im Kreis- und Stadtmuseum von Ansbach befand, ist heute verschollen.
Die während der Auffindung teilweise noch gut erhaltenen Träger der Hyokaustheizung aus Stein und Ziegeln wurden vor der Renovierung ausgebaut, um sie vor Witterung und Vandalismus zu schützen. Im Burgmuseum Grünwald, einer Zweigstelle der Archäologischen Staatssammlung in München, wurden sie wiederaufgestellt und dokumentieren in einer Teilrekonstruktion die Funktionsweise einer römischen Heizung.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 49.0884, 10.8430