Herren- und GutshausJacobsdorf - Sieversdorf

Rittergut Sieversdorf

Rittergut Sieversdorf

Kulturelle Veranstaltungen
Privatbesitz

Sieversdorf war bis 1777 im Besitz der Familie von Strantz, dann verkaufte der Königliche Major Bogislaw Ehrentreich Wilhelm von Strantz, mangels Erben, Sieversdorf an den Königlichen Geheimen Rath Ludwig von la Motte. Dieser behielt das Dorf nur kurz, 1782 erwarb die Familie von Rohr den Ort und nach dem Tode des von Rohr gelangte er 1789 in den Besitz des Königlichen Oberamtmanns Philipp Heinrich Karbe (1743—1799), Pächter der Königlichen Domänen Chorin und Gramzow. Nach dem Tod des Oberamtmanns 1799 wurde vormundschaftlich verwaltet, 1809 wurde sein Sohn Friedrich Ernst Leopold Karbe, Erbherr auf Sieversdorf. Nach seinem Tod 1857 erbte sein ältester Sohn Carl Friedrich Ferdinand Leopold Karbe, ihm sind vermutlich die Umbauten im Schloss und die Neugestaltung des Parks zuzuschreiben.

Karl Julius Wilhelm Ewald von Stünzner-Karbe auf Sieversdorf (1872–1934) war seit 1894 der Rittergutsbesitzer, da sein Onkel, der Abgeordnete für den Preußischen Landtag, Ferdinand Karbe (* 22. Februar 1825 in Clauswalde; † 11. März 1891 in Berlin), Besitzer der Rittergüter Clauswalde und Sieversdorf, unverheiratet und kinderlos starb. Als Erben wurden die Kinder seines Schwagers Benno Karl Ewald von Stünzner eingesetzt. Eine weitere Umgestaltung des Gartens wurde 1944 von seinen Nachkommen angestrebt und der Gärtner Georg Potente am 10. März 1944 zur Gartenberatung eingeladen, zum Aufmaß Ende November und zur Entwurfszeichnung Anfang Dezember 1944 kam es noch, die Ausführung wurde durch die Umstände des Zweiten Weltkrieges und die folgende Enteignung verhindert.

Der rechteckige, zweigeschossige Putzbau mit Mittelrisalit und neun Achsen, erbaut 1689, war 250 Jahre lang Mittelpunkt des Gutsbetriebes. Ausgestattet mit barocken Stuckdecken, welche der Familie Simonetti zugeschrieben werden, Saal im ersten Stock und barockem Kaminaufsatz, wurde es im 19. Jahrhundert unter Friedrich Ernst Leopold Karbe teilweise um- und ausgebaut.

Das große Halbmondfenster in der Mitte des Gebäudes ist Folge des Zeitgeschmacks Gillys, Vorgänger von Schinkel.

Ein Flügel des Hauses enthielt die Schwarze Küche, darüber Gästezimmer und einen Alterssitz der Familie.

Im Zuge der Bodenreform wurde der Betrieb 1945 enteignet und das Gutshaus 1947/1948 zur Hälfte abgetragen. 1993 konnte die Familie von Stünzner-Karbe das Objekt zurück erwerben und sanieren. Die abgerissenen drei Achsen wurden wieder errichtet sowie Dach, Barocksaal und Treppenaufgang renoviert. Bereits seit 1994 finden im Barocksaal regelmäßig Konzerte mit bekannten Künstlern, veranstaltet vom Verein der Kunst- und Denkmalpflege, statt. 2006/2007 war die alte Form, unter Verwendung von EU-Fördermitteln, wiederhergestellt und beherbergt eine Bed & Breakfast Pension. In der alten Hofanlage findet sich die Orgelwerkstatt Scheffler und die Kunst-und Baukeramik Golem, angrenzend ein kleiner Park.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jörg Dorowski

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.3785, 14.3710