Leerstehend
Rittergut Schmoldow
Das Gutshaus Schmoldow ist denkmalgeschütztes leerstehendes Herrenhaus im Ortsteil Schmoldow der Gemeinde Bandelin im Landkreis Vorpommern-Greifswald.
Schmoldow war im Mittelalter im Lehnsbesitz der Familie von Behr aus dem Hause Vargatz. Das Gut Schmoldow wurde bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts von deren Stammsitz Vargatz aus verwaltet. Friedrich von Behr ließ von 1864 bis August 1867 in Schmoldow ein für die Region ungewöhnlich großes Herrenhaus errichten, um seinen Wohnsitz dorthin zu verlegen. Ursprünglich war eine noch größere vierflügelige Anlage mit Innenhof vorgesehen. Davon weist das Gebäude noch jetzt eine L-Form mit der straßenseitigen Hauptfassade und dem Ostflügel auf. Der Reichstagsabgeordnete von Behr empfing in Schmoldow unter anderem ausländische Diplomaten und Interessenten für seine Stammschäferei. Die Familie von Behr war bis zu ihrer Enteigung und Vertreibung durch die Kommunisten 1945 im Besitz des Gutes, das von dem mit ihnen verschwägerten Rittmeister von Storch verwaltet wurde.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gut im Rahmen der Bodenreform enteignet. Rittmeister von Storch wurde als Landwirtschaftsexperte von der sowjetischen Besatzungsmacht in der Greifswalder Kreiskommandantur angestellt. Als er 1946 Umsiedler ins Gutshaus lassen sollte, weigerte er sich, floh dann aber in den Westen. Bis 1978 war das Gebäude bewohnt, dann wurde es leer gezogen. 1980 wurde die Sprengung vorbereitet, jedoch wegen Widerspruchs seitens der Denkmalpflegebehörde nicht durchgeführt. Seitdem ist das Gebäude ungenutzt und verfällt. Der Landschaftspark ist verwildert.
Um 2000 stürzte das Dach des Ostflügels wegen Undichtheit und der daraus folgenden Fäulnis des Dachstuhls ein, es riss dabei auch die Decken der Geschosse mit. 2008 folgte in gleicher Weise der Dachstuhl des straßenseitigen Hauptflügels. Lediglich die Dachteile der Gebäudeecken stehen noch. Das Eingangsportal mußte bereits vor 2000 wegen Absturzgefahr abgestützt werden, zur gleichen Zeit wurde ein Schutzzaun wegen der Unfallgefahr um das Gebäude errichtet.
Gebäude
Der zweigeschossige Putzbau mit Fassadendekor im Stil der Neorenaissance wurde über einem hohen Sockelgeschoss mit L-förmigen Grundriss errichtet und trägt ein hohes Walmdach. Über dem rundbogigen, von ionischen Säulen gerahmten Eingangsportal befindet sich ein Architrav mit Dreiecksgiebel. An den Ecken des Gebäudes befinden sich einachsige Seitenrisalite mit pilastergerahmten und übergiebelten Fenster. Ein Palmettenfries gliedert die beiden Geschosse.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Schmoldow_Herrenhaus_Ruine_Westseite.JPG
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.9707, 13.3539