Herren- und GutshausStadthagen

Rittergut Remeringhausen

Rittergut Remeringhausen

Privatbesitz

Das Rittergut Remeringhausen ist ein seit dem Ende des 16. Jahrhunderts nachgewiesenes Rittergut in der Stadt Stadthagen im Landkreis Schaumburg.

Das Rittergut liegt an den nord-östlichen Ausläufern des Bückeberges rund 90 Meter über NN. Es liegt unweit südlich der Bundesstraße 65 zwischen Stadthagen und Bad Nenndorf.

Börries von Münchhausen, Herr auf Apelern, Drost zu Lauenau, geboren 1515, erbte im Jahre 1565 das Rittergut Hessisch Oldendorf sowie einen Meierhof in Remeringhausen von seinem Schwiegervater Claus Büschen und vererbte sie seinem Sohn Ludolph von Münchhausen, der hier und in Oldendorf eine berühmte Bibliothek zusammentrug. Dieser wandelte durch Bauernlegen den Hof eines leibeigenen Meiers in ein eigenbewirtschaftetes Gut um; Status und die Vorrechte eines Ritterguts erhielt es jedoch erst unter seinem Sohn. Ludolph heiratete 1600 die 15-jährige Anna von Bismarck aus dem Hause Krevese und Schönhausen. Sie hatten 18 Kinder, darunter 5 Söhne. Ludolph errichtete in Remeringhausen ein Renaissanceschloss, von dem heute noch ein Nebentrakt steht. 1596 hatte er die dieses Gebäude schmückende Sonnenuhr von Henning Ebbeke, Amtmann zu Sachsenhagen, erworben. Später wurde der Bau durch ein barockes Herrenhaus ersetzt, das heute noch steht. Das Rittergut befindet sich nunmehr seit über 500 Jahren im Familienbesitz. Als eines von vielen Gütern der Familie von Münchhausen in der Region (u. a. Apelern, Nienfeld, Hessisch Oldendorf, Lauenau), wurde es öfter von kinderlosen Besitzern an Neffen vererbt. Der Name der Eigentümer änderte sich daher im 20. Jahrhundert. 1952 erbte Eberhard von Breitenbuch (Widerstandskämpfer im Dritten Reich) das Gut. Heutige Eigentümerin ist dessen Enkelin, Tania von Schöning.

Einige Historiker vermuten, dass Remeringhausen (bis ca. 1700 "Remerhusen") einst ein Spähposten der Römer war. Die Lage, direkt am Rande der (damals sumpfigen) norddeutschen Tiefebene, auf anderer Seite die unwegsamen Weserberge, ist ein Ort, an dem jede Truppen- und Handelsbewegung beobachtet werden konnte. Die quadratische Anlage, die nachweislich bereits um 1600 bestand, war typisch für befestigte Römerlager. Später hätte die befestigte Anlage demnach den Bewohnern des Dorfes Heuerssen als Wehrburg gedient. Während des Dreißigjährigen Krieges diente das Rittergut der Familie von Münchhausen als befestigter Wehrhof.

Gebäude und Park+

Das Ensemble wird von dem 1599 errichteten Weserrenaissanceschlösschen und dem 1701 errichteten barocken Herrenhaus geprägt. Man erreicht den Innenhof über eine Brücke und ein Torhaus. Die Brücke wurde 1750 errichtet; das Torhaus wurde 1930 nach einem Brand wieder aufgebaut. Eine sehenswerte Sonnenuhr aus dem Jahre 1556 befindet sich am Schlösschen. Der gesamte Gebäudekomplex wird von einem breiten Wassergraben eingerahmt. Über eine weitere Brücke erreicht man den im Stil eines englischen Landschaftsgarten gestalteten Park.

Sonstiges+

Der Dichter Börries Freiherr von Münchhausen verbrachte auf dem Rittergut, das seinem Vater und später seinem Bruder gehörte, etliche Wochen und verfasste hier seine Ballade „Der Letzte des Geschlechts“ über seinen Vorfahren Claus Büschen.

Heutige Nutzung+

Das Rittergut befindet sich im Privatbesitz und wird landwirtschaftlich genutzt. Außerdem finden auf dem Gelände Ausstellungen und Veranstaltungen, wie z. B. das Parkfestival Romantic Garden, statt. Für festliche Anlässe können Räumlichkeiten gemietet werden. Das sogenannte Scheunenfest, das den Auftakt zu jeder Staffel der RTL-Erfolgssendung Bauer sucht Frau bildet, findet jedes Jahr auf dem Rittergut statt.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.de/thread.php?threadid=529

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.3286, 9.2703