Herren- und GutshausKlipphausen - Obermunzig

Rittergut Obermunzig

Rittergut Obermunzig

Sozialtherapeutisches Rehazentrum und Wohnheim für Suchtkranke

Die Entwicklung des Dorfes nahm im heutigen Obermunzig ihren Ausgang. Im Jahr 1457 gab es dort ein Vorwerk. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich ein Rittergut, um das herum Munzig als Gutssiedlung mit einer 198 Hektar großen Gutsblockflur entstand. Die Grundherrschaft und mit ihr die Ober- und Erbgerichtsbarkeit übten im 16. Jahrhundert Angehörige des Adelsgeschlechts Miltitz als Besitzer des gleichnamigen Ritterguts aus. Das 1696 und 1764 erwähnte altschriftsässige Rittergut Munzig, dem neben Munzig selbst auch Weitzschen und Dreißig bei Mochau unterstanden, gehörte bis Anfang des 18. Jahrhunderts der Adelsfamilie Ende. Danach war es im Besitz der Familie Kölbel, anschließend bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts des Adelsgeschlechts Schleinitz sowie bis um 1860 des Adelsgeschlechts Könneritz, auf das bis 1945 verschiedene bürgerliche Besitzer folgten. 1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben.

Das Gutshaus liegt zentral in Obermunzig, auf einem Bergrücken oberhalb des Triebischtals. Der zweigeschossige barocke Putzbau mit Mansardwalmdach wurde 1743 an der Stelle eines 1571 erwähnten Renaissance-Vorgängerbauwerks errichtet und 1784 sowie 1822 ausgebaut. Nach der Enteignung und Auflösung des Ritterguts 1945 diente das Herrenhaus als Kinderheim. Unter anderem waren darin 1982/83 die Töchter der wegen „Republikflucht“ verurteilten Jutta Gallus untergebracht. Nach der Wende erhielt das Herrenhaus eine neue Bestimmung als sozialtherapeutisches Rehazentrum und Wohnheim für Suchtkranke. Das Herrenhaus und die Nebengebäude wurden bis 2001 umfangreich erneuert.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

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Lage: 51.0827, 13.4172