Leerstehend
Rittergut Liebschwitz
Das Rittergut zu Liebschwitz, vom Volkmund nur "Gut" genannt wurde am 04.11.1209 erstmalig als Herrschaft von Lüschwitz erwähnt. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts sitzen die von Ende auf dem Gut und im Jahr 1473 setzte Erfort von Ende seiner Gemahlin Elisabeth folgendes als Leibgedinge aus. Sie bekam die Hälfe von Schloß, Dorf, Mühle zu Lüschwitz, dazu Ober- und Untergerichte sowie die Hälfte von allen anderen Vorwerken, Dörfern, Zinsen und Zugehörungen.
Die Vorwerke sind die späteren Rittergüter Loitsch und Lichtenberg. Die adlige Familie von Ende, deren Spuren bis in den Anfang des 13. Jahrhunders in Westsachsen zurück reichen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Wirren des 30-jährigen Krieges in wirtschaftliche Not geraten und verkauften ihren Besitz 1630 an die von Raschau. 1640 wird deren Schwiegersohn Herr von Carlowitz Besitzer auf Liebschwitz.
Im April 1654 hatte ein verherendes Hochwasser so großen Schaden angerichtet, dass der Besitz unhaltbar war und im Jahr 1673 an den reichen Baron Meusbach verkauft werden musste. Baron Meusbach ließ 1677 eine neue Kirche erbauen, da sie mit angrenzendem Friedhof ein Raub des Hochwassers geworden war. Später wurde der Leipziger Großkaufmann David Fletzscher Nachfolger auf Rittergut zu Liebschwitz.
Der nächste Lehnsherr war kein Adliger. Gottfried Leyser erhielt 1722 alle Rechte. Er hatte zwar den Titel Steuerrat inne, schien aber kein glückliches Händchen gehabt zu haben, denn schon um 1740 kommt sein Besitz unter Sequestration (Zwangsverwaltung oder Beschlagnahme durch einen Sequester). Am 20. Juli 1745 erwarb Johann Georg von Ziegenhierd den Besitz und nach dessen Tode 1762 übernahm ihn sein Sohn Ferdinand August.
Durch plündernde französiche Soldaten kam es am 13. Oktober 1806 zu schweren Auseinandersetzungen auf dem Rittergut. Da diese den Tod von vier Franzosen kostete, wurde wenige Tage später in einem "Racheakt" die Pfarre und die Schmiede niedergebrannt und das Rittergut geplündert.
Zwischen den Jahren 1772 und 1883 wurde das Rittergut dahingehend erweitert, wie es sich heute noch zeigt.
Am 27. Februar 1854 verstarb Friedrich Theodor von Ziegenhierd und sein Sohn Hugo Werner verstarb 1874, erst 54-jährig, in Loitsch. Im Jahre 1877 wurde es an den Geraer Ernst Keil auf Pforten verkauft, womit die Zugehörigkeit zu Liebschwitz endete.
Hugo Werner Ziegenhierd's Witwe Marie Luise (1840 - 1911) verpachtete das Gut bereits 1875 an Hermann Querengässer. 30 Jahre später trat dessen Sohn Arthur die Nachfolge an. Dr. jur. Friedrich Alfred Werner von Ziegenhierd, der einzige Sohn von Marie Luise verwaltete bis 1937 seinen Besitz.
Das Rittergut wurde nach 1945 durch die Kommunisten zwangsenteignet und zu ca. 60% abgerissen. Aus dessen Abruchmaterial entstanden 3 "Neubauernhöfe" (diese wurden in der DDR der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) untergeordnet.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler
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