Museum
Rittergut Ingersleben

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Seit 1979 befindet sich das Heimatmuseum im Gutshaus des Rittergutes in der Ortsmitte. Schon im 14. Jahrhundert fand die Wehranlage mit Wassergraben Erwähnung. Der Besitz gehörte zahlreichen adligen Familien (u. a. von Ingersleben und von Gleichen).
Das vom Erfurter Waidhändler Hans von Ziegler erworbene Anwesen bebaute er 1609 mit einem großen Gutshaus. Otto Heinrich von Ziegler, ebenfalls Waidhändler aus Erfurt, bereicherte es 1622 anlässlich seiner Heirat mit Maria von Wangenheim mit einem prunkvollen Spätrenaissance-Portal, Wappentafel und Torbogen.
Baron Adolf Otto Freiherr von Münchhausen, der das Gut von 1786 bis 1883 besaß, war mit dem Schriftsteller Gustav Freytag gut bekannt, der in seinem Roman Die Ahnen Ingersleben als Ort des Geschehens erwählte und das Rittergut und die Ingeslebener Gegend authentisch beschrieb. 1837 gehörte es Thankmar Freiherr von Münchhausen, der als Reisemarschall des Herzogs von Württemberg und als sächsischmeiningischer Hofmarschall in Diensten stand. 1883 wurde es durch den Landesökonomierat Robert Wagner (Begründer der ersten Zuckerfabrik in Straußfurt) erworben, der 1894 die vorhandene „Villa“ im Schlosspark durch einen großzügigen Flügel erweitern ließ und damit ein repräsentatives schlossähnliches Wohngebäude mit Saal und Gesellschaftsräumen schuf. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts diente das Gut dem jeweiligen Besitzer als Wohnstätte. 1942 ging das Rittergut an Horst und Siegismund von Zakrzewski. Die Gutsbesitzer-Familie wurde 1946 im Zuge der Bodenreform in der SBZ entschädigungslos enteignet und des Landkreises verwiesen. 1947/48 kam es dann zum Abbruch der Villa, von Wirtschaftsgebäuden und des Torbogens mit benachbartem Milchhaus. Der Park mit „erlesenem altem Baumbestand“ wurde abgeholzt, das Parkgelände eingeebnet, parzelliert und auf ihm Neubauerngehöfte errichtet. Im Wirtschaftsbereich richtete sich die Abteilung Technik der LPG ein. Erhalten blieb als Rest des ehemaligen Ritterguts das Gutshaus, obwohl sein Abriss ebenfalls vorgesehen war. Seit 1979 befindet sich das Heimatmuseum in diesem Gebäude. Heute gilt das Museum als zentrales Museum der Gemeinde Nesse-Apfelstädt.
Innenausstattung
Zahlreiche Innenräume sind mit Wand- und Deckenmalereien versehen, die sorgsam freigelegt und restauriert sind. Dazu gehören die funktionstüchtige „Schwarze Küche“, das Rokoko-Zimmer, das „Streifenzimmer“ mit einer Fassung vor 1780 sowie das mit Bandelwerkmalerei versehene „Münchhausenzimmer“. Darin präsentiert eine Ausstellung Leben und Werk der Schriftstellerinnen Frieda und Margarethe von Bülow. Kindheit und Jugend verlebten sie bei den Großeltern, dem Baon von Münchhausen. Weitere Wohnräume sind das Schlafzimmer (um 1800), das Biedermeierzimmer oder das Arbeitszimmer des Verwalters im „Turmzimmer“. In der Ausstellung zur Geschichte von Neudietendorf, ein Brüdergemeine-Ort, liegt der Schwerpunkt in dessen Gewerbe, darunter der Siegellackmanufaktur Liliendahl (1778 gegründet), der Apothekengeschichte, der Aromatique-Produktion (Magenbitter) sowie der Kerzenfabrik.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.9209, 10.9359