Herren- und GutshausOberschöna-Bräunsdorf

Rittergut Bräunsdorf

Rittergut Bräunsdorf

Privatbesitz

Bräunsdorf wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt, doch wird angenommen, dass es bereits vor 1162 im Zuge der zweiten Welle der deutschen Ostsiedlung als Waldhufendorf begründet worden ist. Der Name Bräunsdorf leitet sich vom für die Besiedlung verantwortlichen Lokator Bruno ab. Das Dorf gehörte ab 1162 zum Gebiet des vom meißnischen Markgrafen Otto dem Reichen gestifteten Zisterzienserklosters Marienzelle, heute Kloster Altzella bei Nossen. Die erste Erwähnung erfolgte im Zusammenhang eines Prozesses des Klosters gegen Theodorich von Vriberch, der sich Land unweit des Dorfes ungerechtfertigt angeeignet hatte.

Mit der ersten Blüte des Freiberger Bergbaus kann auch in Bräunsdorf mit Bergbautätigkeit gerechnet werden, welche jedoch wahrscheinlich schon mit dem Einfall Adolfs von Nassau 1296 wieder darniederlag. Mit Einführung der Reformation kam Bräunsdorf zum Amt Nossen, wurde jedoch 1552 vom sächsischen Kurfürsten Moritz seinem Kanzler Ulrich Mordeisen für treue Dienste als Lehe übereignet. Nachdem Moritz Nachfolger August es irrtümlicherweise bei seinem Regierungsantritt 1553 an Klosterverwalter Kilian Schmidt verpfändet hatte, konnte Mordeisen es erst 1555 (nach einem Prozess) gemeinsam mit 14 anderen Dörfern in Besitz nehmen. Mordeisens Söhne verkaufen Bräunsdorf wiederum 1572 an den Kurfürsten Christian I. und es kam zum Kreisamt Freiberg.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf bis auf ein Haus vollständig zerstört und bald vom kurfürstlichen Hofrat Berlich, dem bereits Wegefarth gehörte, aufgekauft. 1664 erwarb Romanus Teller Bräunsdorf und führte es zu neuer Blüte. Er erweiterte das Rittergut und förderte maßgeblich den Bergbau, so dass bald 22 Gruben in und um das Dorf entstanden, wobei zwischen 150 und 550 Mann beschäftigt waren. 1703 wurde im Striegistal eine reine Bergarbeitersiedlung, das sogenannte Zechendorf, gegründet. Auf der gegenüberliegenden, westlichen Seite der Großen Striegis entstand zur selben Zeit der Bergort Siegfried mit drei Gruben. 1814 wurde das Bräunsdorfer und das Siegfrieder Revier vereinigt, bis 1864 der gesamte Bergbau stillgelegt wurde.

1808 kaufte die Familie Schubert von Kleefeld das Rittergut, war jedoch schon 1818 gezwungen, es wieder zu versteigern, weshalb es das Königreich Sachsen erwarb und 1824 in ein Landeswaisenhaus umwandelte. Später wurde es ausgebaut und zur Korrektionsanstalt für kriminelle Kinder. Die Aufseher trugen Uniformen und bei Entweichung eines Zöglings wurde eine alte Kanone abgefeuert, um die Flucht anzuzeigen. Von nun an bestimmte die Anstalt das Leben und die Entwicklung des Dorfes und ein dritter Dorfteil, das Guts- und Heimgelände, entstand abseits der bestehenden Dorfkerne. Nach dem Ersten Weltkrieg wandelte sich der Charakter der Anstalt hin zur Fürsorge- und Erziehungsanstalt für Kinder, bis sie 1933 zur Korrektionsanstalt für „asoziale und arbeitsunwillige“ Erwachsene wurde, wobei man in Ver- und Bewahrte unterschied. 1945 wurde die Anstalt zum Jugendwerkhof, ab 1960 bis zur politischen Wende 1989, zum Spezialkinderheim für schwererziehbare Kinder. Nach längerem Leerstand wurde das Guts- und Heimgelände von der Deutschen Eliteakademie (DEA) 2003 übernommen, die es zu einem Konferenz- und Schulungszentrum ausbauen wollte. Die Villa wurde saniert, für die restlichen Gebäude gestaltet sich seit der Bankenkrise die Finanzierung schwierig. Im April 2011 stürzte das Dach des denkmalgeschützten Herrenhauses ein, für die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde „[scheint] das Herrenhaus verloren“.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

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