Herren- und GutshausBösenbrunn

Rittergut Bösenbrunn

Rittergut Bösenbrunn

Kulturzentrum

Auf die urkundliche Ersterwähnung von Bösenbrunn im Jahre 1378 bezog sich die im Jahr 2003 durchgeführte 625-Jahr-Feier des Ortes. Es gilt als sicher, dass die Siedlung wesentlich älteren Ursprungs ist, entsprechende Belege fehlen jedoch.

Der Ortsname kann aus dem Mittelhochdeutschen mit schlechter, wenig ergiebiger Quell (= böser Brunnen) gedeutet werden. Verwaltungsmäßig gehörte das Dorf zum Amt Voigtsberg, wobei Partikularzugehörigkeiten zum Plauener Amt nicht ausgeschlossen werden können.

Zentrum und Ursprung der Siedlung ist das Gelände knapp oberhalb des Zusammenflusses von Dorfbach und Triebelbach. In diesem Seitental, dem sogenannten Weberbachgrund, befand sich eine frühdeutsche Wehranlage, die 1937 von dem Archäologen Amandus Haase (1886–1947) wiederentdeckt wurde (heute Festplatz Bösenbrunn). Da sich diese Ringwallinsel auf Rittergutsflur befand, kann von einer Schutzfunktion für ein hier seit langer Zeit bestehendes Festes Haus ausgegangen werden.

Das Rittergut Bösenbrunn tauchte 1440 erstmals als Vorwerk der Familie von Sack zu Geilsdorf auf und wurde 1536 explizit als Rittergut bezeichnet. Mindestens seit 1560 war es auch ständiger Wohnsitz der Adelsfamilie, da sich in diesem Jahr ein Hans Sack zu Geilsdorf urkundlich mit dem Zusatz auf Bösenbrunn nannte. In den folgenden Jahrhunderten befand sich das Rittergut im Besitz der Adelsfamilien Tettau, Neidberg, Trützschler und Brandenstein.

Der heutige Bau wurde ausweislich des Allianzwappens über dem Eingang 1727 von Philipp Ferdinand von Neidberg errichtet. Ab 1783 war das Rittergut bürgerlicher Besitz, zunächst der Familie Seydel, später Schaumberg, Wauer und Naumann. Letzter Besitzer des schlossartigen Anwesens (U-förmiger, nach Norden offener Komplex mit Stallanlagen, Brennerei und Gesindehäusern) war bis zu seiner Enteigung und Vertreibung durch die Kommunisten 1945 Wilhelm Koch aus der Oelsnitzer Teppichdynastie. Später diente das Haus als Schule, Sitz der Gemeindeverwaltung, Heimstatt der Vereine und Gasthof.

In alter Zeit hat besonders der Bergbau Bösenbrunn geprägt. In fast 30 Gruben wurden Kupfer, Zinn und Eisen, vereinzelt auch Nickel gewonnen. Im Triebelbach war die Perlenfischerei bedeutend, auf die die Oelsnitzer Familie Schmirler das Monopol besaß. Die Pechsiederei ist in Bösenbrunn noch bis 1885 unter Rittergutsbesitzer Karl Friedrich Wauer (1806 bis 1890) betrieben worden. Davon künden heute noch zwei Griebenherde und die ehemalige Pechhütte (Bräuhaus).

Nach 1945 diente das vormalige Rittergut als Schule, was seine Rettung bedeutete. Denn die sowjetischen Besatzer hatten es wegen seines herrschaftlichen Charakters eigentlich zum Abbruch vorgesehen. Seit 1966 werden die Bösenbrunner Kinder in Bobenneukirchen bzw. Oelsnitz unterrichtet.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

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