Herren- und GutshausCoburg-Bertelsdorf

Rittergut Bertelsdorf

Rittergut Bertelsdorf

Privatbesitz

Das Rittergut Bertelsdorf ist im Kern eine Anlage aus dem 17. Jahrhundert. Von dem ursprünglich mit einer Vielzahl von Nebengebäuden versehenen Gut ist nur das Hauptgebäude erhalten. Es befindet sich in Bertelsdorf, einem Stadtteil von Coburg in Oberfranken (Bayern).

1800 Jahrhunderts übernahm die Familie Ehrlicher von dem Vorbesitzer Seysing das bestehende Rittergut mit allen Nebengebäuden und Ländereien und ließ unter Verwendung der alten Mauern des kleineren Vorgängerbaus ein neues Hauptgebäude errichten. Seitdem wurde das Anwesen auch Rittergut Ehrlicher oder Ehrlicherischer Hof genannt. In einem der Nebengebäude befand sich das Vogtei-Gericht, Sitz des Patrimonialgerichts. Zum Rittergut gehörte auch eine Getreidemühle, deren erste urkundliche Erwähnung im 15. Jahrhundert erfolgte. Sie wurde 1865 um eine Ölmühle erweitert.

Im Keller des Haupthauses waren eine Brennerei und eine Braustätte eingerichtet, die bis 1898 als Rittergutsbrauerei Ehrlicher betrieben wurden. Einer von mehreren Bierkellern im Oberen Mühlenweg ist erhalten. 1898 verkaufte die Familie Ehrlicher das gesamte Gut einschließlich beider Mühlen an Edmund Heubach, der sie bis 1918 betrieb. In den Jahren 1933 bis 1937 ließ Heubach die Getreidemühle zum Wohnhaus umbauen, seit 1950 mit eigener Stromerzeugung.

Bis 1867 hatte die Familie Ehrlicher ihr Erbbegräbnis in Neuses bei Coburg. Seit Ende des 19. Jahrhundert benutzte sie die Grablege an der Mühle, die dort heute noch als Familiengruft Ehrlicher-Kost-Herold-Heubach besteht.

Das Hauptgebäude, zweigeschossig auf einer rechteckigen Grundfläche von etwa 25 auf 8 Metern errichtet, besteht aus einem gemauerten Erdgeschoss und einem teilverschieferten Fachwerkobergeschoss. Das Gebäude mit elf zu sechs Fensterachsen im Obergeschoss wird von einem ausladenden Walmdach bedeckt. Der Dachraum wurde nicht zu Wohnzwecken genutzt. Im Erdgeschoss, das man durch eine später eingefügte Haustür in klassizistischem Stil betritt, gelangt man durch einen weiten Flur zur ehemaligen Küche mit Kreuzgewölbe. Daneben liegt, durch eine Spätrenaissance-Tür erreichbar, der ehemalige Viehstall, über dessen wuchtiger Balkendecke sich bis zum Fußboden des Obergeschosses ein Zwischenraum befindet, damit die Stalldüfte nicht in die oberen Wohnräume gelangen konnten. Vom Viehstall aus führt eine Treppe hinab in die tief unter dem Hofniveau liegenden Tonnengewölbe des Kellers, in denen sich Brennerei und Brauerei befanden. Der gemauerte Sudpfannenabzug mit seiner charakteristischen Haube ragt heute noch deutlich über das Walmdach hinaus. Die sonstige Brauereieinrichtung wurde 1961 entfernt.

Am nördlichen Hofrand stand bis 1977 das große, um 1625 erbaute Gerichtsgebäude, dessen großräumige Gewölbekeller ebenfalls als Bierkeller dienten. Im Obergeschoss befand sich der Gerichtssaal mit geschnitzten Holzsäulen und Kopfbänder sowie einer Decke und Seitenwänden mit gemalten Füllungen. Ein für den Gerichtsherrn abgeteiltes Zimmer enthielt eine barocke Stuckdecke. Dieses Gebäude musste einer Straßenerweiterung weichen. Eine im südöstlichen Teil des Gutes gegenüber dem Hauptbau gelegene Fachwerkscheune mit Satteldach und Dachreiter mit Zwiebelkuppel fiel 1907 einem Brand zum Opfer und musste abgerissen werden.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.2856, 10.9657