Herren- und GutshausKönigslutter - Beienrode

Rittergut Beienrode

Rittergut Beienrode

Alten- und Pflegeheim

Beienrode, das früher "Bodenrod" hieß, war eine Rodungssiedlung und wurde erstmals in einer Urkunde von 980 erwähnt. Kaiser Otto II. schenkte dem Grafen Mamecho das Landgut im altsächsischen Gau Derlingo. Heute kann aber nicht zweifelsfrei bestätigt werden ob das Beienrode bei Königslutter oder das Beienrode bei Flechtorf gemeint ist. Es wird aber nur ein Ort an der Schunter genannt, so könnte dies auf die beiden Dörfer zutreffen, da beide Gemeinden an der Schunter liegen.

Der alte Teil von Beienrode, das sogenannte Unterdorf, liegt im Tal der Schunter und war ursprünglich ein Bauerndorf am über 1000 Jahre alten Rittergut Beienrode. Das sogenannte Oberdorf entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Kali-Bergbau, der in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts bereits wieder eingestellt wurde.

Durch den Kaiser Lothar von Süpplingenburg kam Derlingo mit Beienrode an den welfischen Besitz und somit an Heinrich den Löwen. Durch den Sturz Heinrichs und der damit zusammenhängenden Aufteilung des Herzogtums, kam der Hasenwinkel, zu dem der Ort Beienrode gehörte, im launfenden Wechsel als Grenzland zwischen Braunschweig und Lüneburg hin und her. Erst 1428 kam der Hasenwinkel endgültig den Lüneburgern zu. Ab 1814, nach den Napoleonischen Kriegen, gehörte der Hasenwinkel zum Königreich Hannover. Durch die Niederlage der Hannoveraner, die mit den Österreichern verbündet waren, kam der Hasenwinkel an die Preußen, die im Preußisch-Österreichischen Krieg gesiegt hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Beienrode dem neu gegründeten Niedersachsen eingegliedert. Die jüngste Veränderung der politischen Zugehörigkeit war die Gebietsreform von 1974. Am 1. März 1974 wechselten Beienrode und andere Ortschaften vom Landkreis Gifhorn zum Landkreis Helmstedt Beienrode wurde in die Stadt Königslutter am Elm eingegliedert.

Ab 1411

Der Ort Beienrode wurde jahrhundertelang von der adeligen Grundherrschaft beeinflusst. Einen freien Bauernstand hatte es in begrenzten Maße erst sehr spät gegeben. Ab 1411 kam das Rittergut Beienrode in den Besitz der Familie von Veltheim, die dort für 400 Jahr sesshaft blieben. Hinterlassenschaften der von Veltheims waren die Kapelle aus dem Jahr 1433 und die Umgestaltung des ursprünglichen Rittergutes, von der nur noch die Mauer entlang der Steinumer Straße geblieben ist. Im Jahr 1753 kaufte der Berghauptmann Georg Gottfried von Bülow das Gut. Von Bülow ließ eine Branntweinbrennerei und eine Pottaschenfabrikation errichten. Zudem begradigte er die Schunter um einen Floßverkehr zu betreiben um die produzierten Güter bis nach Braunschweig zu transportieren. Ab 1763 bekam Beienrode seine eigene Schule, die schließlich bis 1966 bestand, bevor großflächig kleinere Dorfschulen zusammengelegt wurden. Von 1860 bis 1936 war die Familie der Freiherren Knigge die letzten adeligen Besitzer des Rittergutes. Im Jahr 1952 erwarb das Flüchtlingsselbsthilfswerk Beienrode e. V. das Gut. So wurden ostpreußische Pfarrwitwen und -waisen ein neues zu Hause geboten. Seit Jahrzehnten wird das „Haus der helfenden Hände“ als Altersheim und Tagungsstätte genutzt. Die Ländereien sind seit 1975 verpachtet.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Beienrode_Torhaus.JPG?uselang=de

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.2919, 10.8335