Die Propstei St. Kunibert wurde im frühen Mittelalter als Verwaltungseinheit des Kölner Erzbistums gegründet. Im 12. Jahrhundert, parallel zum Ausbau der Kölner Vorstadt Niederich, erfuhr die ursprüngliche Kirche St. Kunibert Umbauten und Erweiterungen. Diese Zeit war auch von einem erheblichen Wachstum des Stiftes und der Anzahl seiner Kanoniker geprägt, was maßgeblich durch die zweite Erhebung der Reliquien des heiligen Kunibert im Jahr 1168 beeinflusst wurde. Um 1195 bis 1212 wirkte Theoderich als erster namentlich bekannter Propst von St. Kunibert, der später Erzbischof von Trier wurde. Er schenkte die Propstei den Kanonikern des Kollegiatstiftes unter der Bedingung, dass sie auch zukünftigen Trierer Erzbischöfen als Unterkunft dienen sollte. Im Jahr 1376 erlitt die Propstei Schäden durch einen Stadtbrand, wurde aber noch im selben Jahr wiederhergestellt. Ein weiterer Neubau oder eine Restaurierung erfolgte 1508, wobei die Propstei als hoher Turmbau mit Zinnenkranz konzipiert wurde. Im Jahr 1764 ließ Propst Friedericus Ludovi de Scampar erneute Baumaßnahmen durchführen. Im Zuge der Säkularisation 1802 wurde die Propstei als Organisation aufgehoben und ihre Immobilien beschlagnahmt. Nach dem Besitz des preußischen Fiskus erwarb der Kirchenvorstand St. Kunibert die Propstei 1820, die bis zu ihrem Abriss 1905 als Pfarrhaus diente.
Propstei St. Kunibert

Die Propstei St. Kunibert in Köln war ein bedeutendes Kloster, dessen Geschichte tief mit der Entwicklung der Stadt und des Erzbistums verbunden ist. Als Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen zeugt es von einer reichen Vergangenheit, die von kirchlicher Verwaltung, architektonischen Veränderungen und städtischen Ereignissen geprägt war.
Geschichte+
Lage+
Die Propstei St. Kunibert befand sich in Köln, einer Großstadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Das Anwesen grenzte unmittelbar nördlich an die Stiftskirche und erstreckte sich zwischen der Calhauser Gasse und der Gasse Off dem Brand.
Vor Ort+
Die Propstei St. Kunibert existiert in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr, da sie 1905 abgerissen wurde. Erhalten sind jedoch noch die Torbögen der ehemaligen Einfriedung des Anwesens. Ein Schlussstein eines dieser Durchgänge verweist auf das Baujahr 1508, während ein Relief mit Inschrift über einem Wappen auf Baumaßnahmen des Propstes Friedericus Ludovi de Scampar im Jahr 1764 hinweist.
In der Naehe+
- Kölner Dom (Sakralbau, ca. 770 m entfernt)
- Fort X (Köln) (Festung, ca. 1111 m entfernt)
- Fort V (Köln) (Festung, ca. 2905 m entfernt)
- Fort IV (Köln) (Festung, ca. 3110 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Arnold Mercator / Public domain via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.9475, 6.9630