ResidenzMünchen

Prinz-Carl-Palais

Prinz-Carl-Palais

Amtssitz des Bayerischen Ministerpräsidenten

Das Prinz-Carl-Palais ist ein frühklassizistisches Palais in München. Es ist Amtssitz (nicht Wohnung) des Bayerischen Ministerpräsidenten. Heute wird es von der bayerischen Regierung für Repräsentationszwecke genutzt.

Das Prinz-Carl-Palais (Franz-Josef-Strauß-Ring 5) befindet sich östlich des Finanzgartens zwischen Hofgarten und Englischem Garten. Es bildet den optischen Beginn der Prinzregentenstraße.

Der aus Lothringen stammende Abbé Pierre de Salabert, Erzieher von Kurfürst Max IV. Joseph, dem späteren König Max I. Joseph, erwarb in umfangreichem Maße Grund im Bereich der ehemaligen Wallbefestigung, welche die Anlage des später so genannten Finanzgartens ermöglichten. Im März 1803 wurde der erst 21-jährige Karl von Fischer mit der Planung des Palais beauftragt. Karl von Fischer musste den ersten ausgearbeiteten Entwurf unter Beibehaltung der repräsentativen Hauptfassade erheblich reduzieren: es blieb ein Komplex aus Haupttrakt und kurzem linksseitigen Flügel an der Rückseite übrig. Die Grundsteinlegung war am 24. Mai 1804; das Palais wurde im August 1806 bezogen. Nachdem Pierre de Salabert 1807 verstorben war, erwarb König Max I. Joseph das Gebäude, das nun Palais Royal oder Pavillon Royal genannt wurde. Kurz nach seiner Thronbesteigung übertrug es König Ludwig I. am 14. November 1825 seinem Bruder, dem Prinzen Carl, der das Palais durch Jean Baptiste Métivier beträchtlich erweitern ließ. Die Haupträume wurden 1827 bis 1830 durch Jean-Baptiste Métevier und Anton Schwanthaler neu dekoriert. Nach dessen Tod wurde das Palais 1876 Sitz der Österreichisch-Ungarischen Gesandtschaft, das es bis 1919 blieb. 1924 wurde es zur Dienstwohnung des Bayerischen Ministerpräsidenten bestimmt.

Würdigung+

Das Prinz-Carl-Palais ist ein Musterbeispiel des Münchner Frühklassizismus. Im Altbau ist die klassizistische Raumausstattung - vor allem Tafelparkett, geschnitzte Füllungstüren, Stuckdekor und reiche Dekorationsmalerei an den Spiegeldecken - weitgehend erhalten geblieben. Sie wird wohl im Wesentlichen Métivier zuzuschreiben sein. Der querrechteckige Festsaal im Obergeschoss sowie das weiß-blau gehaltene "Ministerpräsidenten-Zimmer" gehören zu den bedeutendsten noch erhaltenen Palast-Innenräumen Münchens.

Im Innenraum des Palais finden sich Bilder aus dem Griechenlandzyklus von Carl Rottmann (1797-1850), der im Auftrag Ludwigs I. entstand und als Rottmanns Hauptwerk gilt. Zu sehen sind "Sikyon mit Korinth (Griechenlandzyklus Nr. 18), Eleusis (Nr. 22), Das Löwentor von Mykene (Nr. 2) und Olympia (Nr. 16.). Im Erdgeschoss findet sich ein Marmorkandelaber aus römischer Kaiserzeit. Im Rundgang des Obergeschosses finden sich eine Statue der Flora aus Cararer-Marmor (Petro Tenerani, 1789-1869, Rom) und der Nyx aus weißem und schwarzem Marmor.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.1442, 11.5831