Pfarrkirche, Pfarrhaus
Prämonstratenserstift Steingaden

Das ehemalige Prämonstratenserstift Steingaden, ein historisches Kloster in Bayern, liegt im Landkreis Weilheim-Schongau. Es ist bekannt für seine romanische Architektur und steht heute als Baudenkmal unter Schutz.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters Steingaden erfolgte im Jahr 1147 durch Markgraf Welf VI. und war dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Als Prämonstratenser-Chorherrenstift diente es den Welfen auch als Hauskloster und Grablege. Die ersten Chorherren und der erste Abt kamen aus der Abtei Rot an der Rot. Die romanische Klosterkirche wurde 1176 geweiht. Zwischen 1470 und 1491 erfuhr die Abtei unter Abt Caspar Suiter eine spätgotische Umgestaltung. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster geplündert und in Brand gesetzt. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erfolgte bis 1663 der Wiederaufbau im Stil des Frühbarock unter Abt Augustin Bonenmayr. Von 1740 bis 1750 wurde das Kirchenschiff im Rokoko ausgestattet. Eine weitere bedeutende Baumaßnahme war die Errichtung der Wieskirche ab 1745 unter Abt Marinus Mayer, die sich zu einer wichtigen Wallfahrtskirche entwickelte, das Kloster jedoch finanziell stark belastete. Trotz dieser Schwierigkeiten und der Koalitionskriege, die zu zusätzlichen Belastungen führten, konnte unter Abt Gilbert von 1787 bis 1790 ein Neubau für die Klosterbrauerei realisiert werden. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben. Die Klostergebäude wurden 1819 größtenteils abgerissen, lediglich der Flügel mit dem romanischen Kreuzgang blieb erhalten.
Lage+
Das ehemalige Kloster Steingaden befindet sich in der Gemeinde Steingaden im Landkreis Weilheim-Schongau in Bayern, Deutschland. Es liegt auf einer Höhe von etwa 765 Metern über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die ehemalige Klosterkirche St. Johann Baptist, auch Welfenmünster genannt, dient heute als Pfarrkirche von Steingaden. Von den einstigen Konventgebäuden ist lediglich der Westflügel erhalten geblieben, der heute das Pfarrhaus beherbergt. In dessen Erdgeschoss befinden sich die letzten Reste des romanischen Kreuzganges mit neun Jochen, die spätgotisch eingewölbt wurden. Der Kreuzgang öffnet sich nach außen in Arkaden, die von barocken Blendbögen eingefasst sind. Die Säulenkapitelle zeigen vielfältige Ornamente. Eine Brunnenkapelle, die dem heiligen Silvester geweiht war, springt aus der Mauerflucht hervor. Die Wände sind mit spätgotischen Fresken geschmückt.
In der Naehe+
- Ehemalige Klosterschmiede (76 m)
- Ehemaliger Marstall und Werkstätten des Klosters (87 m)
- Ehemaliges Klosterrichterhaus (109 m)
- Ehemalige Klostermühle (128 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Joooo at German Wikipedia / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 47.7011, 10.8625