Zeughaus, Gruft
Prämonstratenserstift St. Georg

Das ehemalige Prämonstratenserstift St. Georg in Stade, Niedersachsen, war eine bedeutende geistliche und wirtschaftliche Einrichtung vom 12. bis zum 16. Jahrhundert. Es befand sich auf einer Anhöhe im westlichen Teil der mittelalterlichen Stadt und prägte über Jahrhunderte das religiöse und kulturelle Leben der Region an der unteren Elbe.
Geschichte+
Die Gründung des Prämonstratenserkonvents erfolgte zwischen 1133 und 1137 durch Graf Rudolf II. von Stade und seine Gemahlin Richardis. Die offizielle Bestätigung durch den Bremer Erzbischof datiert auf das Jahr 1137. Die ersten Chorherren stammten vermutlich aus dem Stift Gottesgnaden bei Calbe an der Saale. Das Stift St. Georg entwickelte sich rasch zu einem regionalen Zentrum und erlangte spätestens im frühen 13. Jahrhundert das Patronat über sämtliche Kirchen und Kapellen in Stade, was in den Jahren 1232 und 1257 bestätigt wurde. Trotz seiner frühen Entstehung spielte es innerhalb des Prämonstratenserordens keine übergeordnete Rolle. Ab 1395 ist eine Lateinschule belegt. Die Reformation erreichte Stade im Jahr 1527, und führende Prämonstratenser des Stifts, wie Johannes Osenbrügge und Johannes Hollmann, wurden zu frühen evangelischen Predigern. Nach dem Weggang des Propstes 1529 und einer drastischen Reduzierung der Brüderzahl wurde das Kloster zwischen 1544 und 1551 vom Bremer Erzbischof eingezogen. Die Klostergebäude verfielen anschließend und wurden ab 1798 durch das heutige Zeughaus ersetzt.
Lage+
Das ehemalige Kloster St. Georg befand sich auf einem kleinen Hügel im westlichen Bereich der historischen Stadt Stade. Diese liegt in Niedersachsen, Deutschland, wenige Kilometer vor der Mündung der Elbe in die Nordsee.
Vor Ort+
An der Stelle der ehemaligen Klosterkirche steht heute das Zeughaus. Im Keller dieses Gebäudes ist die Gruft des Erzbischofs Gottfried von Arnstein erhalten und zugänglich, als einziges sichtbares Überbleibsel des einstigen Klosters. Archäologische Ausgrabungen in den Jahren 1961 und 1993 legten Fundamentreste der ursprünglichen Anlage frei, darunter die einer über 70 Meter langen, dreischiffigen Backsteinbasilika aus dem 14. Jahrhundert.
In der Naehe+
- Schloss Agathenburg (Schloss, 5830 m)
- Festung Grauerort (Festung, 8685 m)
- Schloss Haseldorf (Schloss, 8881 m)
- Schloss Horneburg (Schloss, 12468 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Martin Weigel / Public domain via Wikimedia Commons
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Lage: 53.6003, 9.4751