KlosterFrielendorf

Prämonstratenserstift Spieskappel

Prämonstratenserstift Spieskappel

evangelische Pfarrkirche

Das Prämonstratenserstift Spieskappel, ein historisches Kloster im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, Deutschland, ist ein bedeutendes Kulturdenkmal. Die Anlage, die einst ein Chorherrenstift und ein Prämonstratenserinnenkloster umfasste, war ursprünglich eine romanische Basilika. Heute dient die ehemalige Klosterkirche St. Johannes als evangelische Pfarrkirche, während von den einstigen Klostergebäuden nur noch wenige Spuren erhalten sind.

Geschichte+

Im Jahr 1143 gründeten Prämonstratenser das Chorherrenstift Kappel, das umfangreiche Rechte wie Zollfreiheit, Münzrecht und ein eigenes Sendgericht besaß. Die Chorherren stellten in einer der Klostermühlen das Farbpigment „Kasselerbraun“ her, wofür Ocker aus der Grube Marie im Ringsberg gewonnen wurde. Die Klosteranlage erlitt 1301 Brandschäden und wurde 1372 im Sternerkrieg geplündert. Im Zuge der Reformation wurde das Chorherrenstift 1527 aufgelöst. Die romanische Basilika, deren Bauzeit von etwa 1145 bis 1255 reichte, wurde flach gedeckt. Das Langhaus und das linke Seitenschiff blieben erhalten, während das rechte Seitenschiff und die Ostseite um 1500 abgerissen wurden. Die Klostergebäude selbst wurden im 17. Jahrhundert entfernt, und nur geringe Überreste zeugen noch von ihnen. Eine bemerkenswerte Episode war die Übernachtung Martin Luthers in den Klostergebäuden vom 28. auf den 29. September 1529 auf dem Weg zum Marburger Religionsgespräch. Vom ebenfalls um 1145 gegründeten Prämonstratenserinnenstift gibt es heute praktisch keine baulichen Zeugnisse mehr.

Lage+

Das ehemalige Prämonstratenserstift Spieskappel befindet sich im Ortsteil Spieskappel der Gemeinde Frielendorf im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, Deutschland.

Vor Ort+

Die frühere Klosterkirche St. Johannes wird heute als evangelische Pfarrkirche genutzt. Ihre spätstaufischen Bauabschnitte zeigen stilistische Verwandtschaften zu den Baumeistern des Fritzlarer Doms. Der romanische Westturm der Basilika wurde zwischen 1500 und 1504 durch einen spätgotischen, quadratischen Turm ersetzt, dessen Turmhalle ein Sterngewölbe aus dem Jahr 1505 aufweist. Im Turm befindet sich eine Vorhalle mit einem reich gegliederten Stufenportal, dessen Tympanon Brustbilder von Maria, Johannes und Jesus Christus zeigt. Im Inneren sind die Arkaden zum nördlichen Seitenschiff mit Stützenwechseln gestaltet, und die Säulenkapitelle zieren menschliche Figuren zwischen Blattranken oder Köpfe mit verschlungenen Haaren. Die Kirche ist im Osten flach geschlossen und von spätgotischen Fenstern durchbrochen. Eine Rokoko-Orgel von Johannes Schlottmann aus den Jahren 1769 bis 1771 bereichert den Innenraum. Von der Orgelbühne aus ist die romanische St. Michaels-Kapelle oberhalb der Turmhalle zugänglich. Ein spätromanischer Altar mit Baldachin und zwei seitlichen Altarnischen steht in der Mitte der ehemaligen romanischen Westgiebelwand. Im Pfarrgarten findet sich eine spätgotische Brunnenschale von 1509 mit einem flachen Relief und den Initialen des damaligen Abtes Johannes Zuddel. Auf dem Gelände des ehemaligen Chorherrenstiftes in Unterkappel befindet sich heute ein Chemiewerk.

In der Naehe+
  • Hofgut von Baumbach (Herren- und Gutshaus, 3768 m)
  • Schloss Dillich (Schloss, 4364 m)
  • Burgruine Ropperhausen (Burg, 4670 m)
  • Schloss Großropperhausen (Schloss, 5177 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: OmiTs / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.9670, 9.3195