Ruine, frei zugänglich
Prämonstratenserstift Gottesgnaden, Calbe

Das Prämonstratenserstift Gottesgnaden, gelegen im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt, war einst eine bedeutende Klosteranlage. Es wurde im 12. Jahrhundert gegründet und spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Prämonstratenserordens in Norddeutschland. Heute zeugen nur noch wenige Überreste von der einstigen Größe dieses historischen Ortes.
Geschichte+
Die Gründung des Kollegiatstifts Dei Gratia, später Gottesgnaden genannt, erfolgte im Jahr 1131 durch Otto von Röblingen. Dies geschah im Auftrag von Norbert von Magdeburg, dem Gründer des Prämonstratenserordens, und war die zweite Tochtergründung des Magdeburger Stifts Unser Lieben Frauen. Gottesgnaden entwickelte sich rasch zu einem Mutterkloster für weitere Prämonstratenserniederlassungen, darunter St. Georg in Stade, Arnstein und Münsterdreisen. Der erste Propst, Emelrich, gründete um 1143 sogar ein Kloster in Palästina. Im Jahr 1164 wurde eine mächtige romanische Basilika mit zwei Türmen und sechs Glocken geweiht. Eine separate Hospitalkirche entstand 1207 außerhalb der Klostermauern. Um 1280 wurden die Prämonstratenserinnen des ursprünglichen Doppelklosters in andere Stifte verlegt. Das Stift besaß umfangreichen Grundbesitz und das Patronat über mehrere Kirchen. Während des Bauernkrieges 1524/25 und im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 erlitt die Anlage Beschädigungen. Obwohl die Reformation in der Region Einzug hielt, blieb das Stift zunächst katholisch. Nach dem Tod des letzten katholischen Propstes und der Einsetzung eines evangelischen Propstes wurde das Stift 1563 endgültig aufgelöst. Zwischen 1629 und 1631 gab es eine kurze Wiederbelebung als katholisches Stift, bevor es im Dreißigjährigen Krieg schwer zerstört und 1636 von schwedischen Truppen niedergebrannt wurde. Im 18. Jahrhundert wurden die Reste der Basilika abgetragen, um Baumaterial für andere Projekte zu gewinnen.
Lage+
Das ehemalige Stift Gottesgnaden befand sich auf einem Hügel östlich der Saale, gegenüber der Stadt Calbe im Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt. Heute trägt der Ort selbst den Namen Gottesgnaden.
Vor Ort+
Von der einst ausgedehnten Klosteranlage sind heute nur noch Teile der alten Klostermauer und der romanische Turm der Hospitalkirche erhalten. Die Hospitalkirche, die im 18. Jahrhundert größtenteils gotisch umgebaut wurde, beherbergt Grabsteine früherer Pröpste.
In der Naehe+
- Schloss Brumby (Schloss, 4737 m)
- Kloster Nienburg (Sakralbau, 7316 m)
- Burgruine Rosenburg (Burg, 7627 m)
- Schloss Neugattersleben (Schloss, 7813 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Dieter H. Steinmetz / CC BY-SA 2.0 de via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.9020, 11.7838