KlosterRheinland-Pfalz

Prämonstratenserinnenstift St. Marienthal

Prämonstratenserinnenstift St. Marienthal

Protestantische Pfarrkirche

Das ehemalige Prämonstratenserinnenstift St. Marienthal, ein erloschenes Kloster im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz, war einst ein bedeutendes religiöses Zentrum. Heute zeugt die protestantische Pfarrkirche des Ortes mit ihren historischen Bauteilen von der einstigen Klosterkirche.

Geschichte+

Die Gründung des Klosters Marienthal am Nordhang des Donnersbergs ist eng mit der Besiedlung des Klosters Münsterdreisen durch Prämonstratenser-Chorherren verbunden. Herzog Friedrich II. von Schwaben wandelte Münsterdreisen im Jahr 1144 mit Unterstützung von Graf Ludwig III. von Arnstein in ein Prämonstratenserkloster um, das er mit Chorherren aus seinem Kloster Arnstein besetzte. Graf Ludwig III. von Arnstein, später als Seliger verehrt, erneuerte den Konvent Münsterdreisen und verlegte die von ihm im Kloster Bethlenrode bei Kirdorf gegründeten Prämonstratenser-Schwestern in die Pfalz. Nach einem kurzen Aufenthalt in Stetten wurde ihnen um 1146 in Marienthal, damals als „valle sancte Marie“ bekannt, ein Kloster errichtet, das Münsterdreisen juristisch unterstellt war. Münsterdreisen stellte einen Propst zur Sakramentenspendung, Gottesdienstzelebration und Regelung der äußeren Angelegenheiten. Von Marienthal aus wurde 1148 das Prämonstratenserinnen-Kloster Enkenbach gegründet. Ein um 1150 entstandenes Manuskript, eine Abschrift der Etymologiae des Isidor von Sevilla, im Bestand der British Library, belegt die Existenz eines Skriptoriums und den hohen Bildungsstand der Schwestern. Im Jahr 1523 übergab der letzte Abt von Münsterdreisen, Johann Bicker, seinen Konvent an das Kloster Lorsch, das fortan die Oberaufsicht über Marienthal führte. Während des Bauernkrieges 1525 wurde Münsterdreisen geplündert und zerstört; Marienthal blieb offenbar verschont. Im Jahr 1541 tauschte der Lorscher Propst Jakob Zentner die Abtei Münsterdreisen samt dem bereits aufgegebenen Kloster Marienthal und der dortigen Pfarrkirche mit der Kurpfalz. Die Kurpfalz nahm am 7. September 1553 das Kloster Marienthal in Besitz und profanierte es. Nach Streitigkeiten wurde Marienthal den Herren von Daun-Falkenstein als Lehen überlassen, die dort die Reformation einführten. Die genaue Zeit der Klostererlöschung ist unbekannt, jedoch liegen ab 1385 keine eigenen Urkunden mehr vor, und 1541 wurde es als „abgegangen“ bezeichnet.

Lage+

Das ehemalige Kloster befand sich in der heutigen Ortschaft Marienthal im Donnersbergkreis, Rheinland-Pfalz. Es lag auf einer Höhe von etwa 354 Metern über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

An der Stelle der einstigen Klosterkirche steht heute die protestantische Pfarrkirche des Dorfes, die zahlreiche historische Bauteile der ursprünglichen Anlage bewahrt hat.

In der Naehe+
  • Burgruine Ruppertsecken (Burg, 1301 m)
  • Burgruine Falkenstein (Burg, 3028 m)
  • Burgruine Wildenstein (Burg, 3573 m)
  • Burgruine Tannenfels (Burg, 3746 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Peter Gayer / Public domain via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.6350, 7.8872