Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters stammt aus dem Jahr 1191, in einem Dokument des Erzbischofs Konrad I. von Mainz. Neuere archäologische Befunde widerlegten die frühere Annahme einer Gründung als Doppelkloster um 1147 durch Gerlach I. von Büdingen. Stattdessen entstand das Frauenkloster erst um 1190 unter Gerlachs Sohn Hartmann. Dieser ließ die Anlage als Hauskloster und Grablege seiner Familie errichten, wobei Reste einer Vorgängerkirche aus der Zeit um 1000 und einer kleinen Burg in die Klosterbauten integriert wurden. Die ungleichmäßige Bauweise und die Wiederverwendung alter Fundamente führten zu eigenwilligen Konstruktionen und einem verzerrten Grundriss des Nordschiffs der Basilika. Die Schenkung des Klosters an Erzbischof Konrad von Mainz erfolgte vermutlich im Kontext reichspolitischer Auseinandersetzungen, um die Beziehungen zwischen Hartmann von Büdingen und dem Erzbistum zu verbessern.
Prämonstratenserchorfrauenstift Konradsdorf

Das ehemalige Prämonstratenserchorfrauenstift Konradsdorf in der hessischen Wetterau ist ein Kulturdenkmal von regionaler Bedeutung. Die Anlage, ursprünglich an der Stelle einer Burg und einer Saalkirche errichtet, zeugt von einer bewegten Geschichte und architektonischen Besonderheiten.
Geschichte+
Lage+
Die Überreste des Klosters Konradsdorf befinden sich südwestlich von Ortenberg im Wetteraukreis, Hessen, auf einer Höhe von 150 Metern über dem Meeresspiegel. Die Anlage liegt weithin sichtbar auf einem leichten Südosthang oberhalb des Flusses Nidder und ist Teil der ummauerten Hessischen Staatsdomäne Konradsdorf, direkt an der Bundesstraße 275/457 zwischen Ranstadt und Selters. Das Kloster ist zudem eine Station an der Bonifatius-Route, einem Pilger- und Wanderweg.
Vor Ort+
Heute sind die Reste des Klosters als Kulturdenkmal geschützt und Teil der Hessischen Staatsdomäne Konradsdorf. Die historische Bedeutung und die baulichen Eigenheiten der Anlage sind Gegenstand denkmalpflegerischer und archäologischer Forschung.
In der Naehe+
- Schloss Leustadt (Stockheim) (Schloss, ca. 2708 m entfernt)
- Schloss Ortenberg (Schloss, ca. 2875 m entfernt)
- Ruine Glauberg (Ruine, ca. 3975 m entfernt)
- Ruine Lißberg (Ruine, ca. 5444 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Klaus Graf / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.3446, 9.0238