Privatbesitz
Osterburg

Die Osterburg ist eine hochmittelalterliche Wasserburg in Groothusen, einem Ortsteil der Gemeinde Krummhörn, im Landkreis Aurich in Niedersachsen.
Die Burg liegt am östlichen Ende des ostfriesischen Dorfes in einem teilweise parkähnlich angelegten Gehölz. Sie ist die einzige noch erhaltene der ehemals drei Burgen des Ortes.
Groothusen war im 13. und 14. Jahrhundert der Versammlungsort des Emsigerlandes. Gleichzeitig war es Vorort eines der vier Unterbezirke mit Sitz des Konsuls (weltliche Macht) und des Dekans (kirchliche Macht). Ursprünglich waren beide Funktionen in der Hand einer Familie, die in einem Steinhaus (Burg) residierte. Diese Burg befand sich aller Wahrscheinlichkeit nach neben der Kirche am Westende auf der Warft und ist als Vorläufer der heutigen Westerburgstätte anzusehen. Die Westerburg galt als die Hauptburg des Ortes, sie ist das „prinzipale erfhues“.
Spätestens mit der Aufteilung der Verwaltungsfunktionen auf zwei Familien entstand auch eine weitere Burg – die Osterburg. Hier wohnte der Dekan. Diese Burg besetzte das andere Ende der Warft im Osten. In einer dritten Phase entstand dann die Middelsteburg, auch genannt „Rederts starkes Haus“.
Wegen der Beteiligung der Ortshäuptlinge an den Überfällen der Vitalienbrüder auf die Hanse wurde 1400 die Osterburg und 1435 die Westerburg durch die Hamburger zerstört. Zuerst wurde die Westerburg nach 1452 wiederaufgebaut, jedoch außerhalb der Warft im Südwesten. Die Osterburgstätte blieb bis 1490 unbebaut. In der nicht zerstörten, aber heute stark veränderten Middelsteburg befinden sich noch Bauteile aus dem 14. Jh.
Die Osterburg liegt, umgeben von einer Graft, inmitten eines Parks mit einer alten Lindenallee. Der älteste Teil ist ein langer, zweigeschossiger Saalbau, welcher um 1490 von der Häuptlingsfamilie Beninga errichtet wurde. Um 1550 wurde an die Nordostecke des Steinhauses ein kurzer Seitenflügel angebaut. 1707 wurde gegenüber ein Gulf-Wirtschaftsteil errichtet, so dass der Charakter einer Dreiflügelanlage entstand. Der kurze Ostflügel wurde um 1790 verlängert. 1891 wurde an der Hofseite des Steinhauses ein Flur vorgebaut. Das heruntergezogene Schleppdach verbirgt die Zweigeschossigkeit des Steinhauses, die nur noch von der Rückseite erkennbar ist. Um 1910 wurde die Verlängerung des Ostflügels neu errichtet. 2008 wurde der Ostflügel im vorderen Teil abermals erneuert.
Die Burg befindet sich heute in Besitz der Nachfahren der Häuptlingsfamilie Beninga und kann nach telefonischer Voranmeldung in Gruppenführungen besichtigt werden. Die Burg beherbergt eine bedeutende Sammlung kultur- und kunsthistorischer Sehenswürdigkeiten, unter anderem Mobiliar, Waffen, eine Bibliothek, Gegenstände altostfriesischer Kultur sowie eine bemerkenswerte Gemäldesammlung von Ahnenbildern aus fünf Jahrhunderten.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:GroothusenOsterburg.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.4353, 7.0691