Tagungszentrum
Niederes Schloss (Ruppersdorf)

Von der Bundesstraße 178 zwischen Löbau und Zittau, nahe der Stadt Herrnhut, zweigt eine kleine Straße nach Ruppersdorf ab. Sie führt den Besucher zu einem Schloss, an dessen noch heute vorhandenen mächtigen Grundmauern man erkennen kann, dass es sich einst um ein Wasserschloss handelte.
Die ersten urkundlichen Quellen sind nur spärlich vorhanden, doch bereits in der Mitte des 12. Jahrhunderts soll in der dünn besiedelten Gegend erstmals eine Siedlung mit dem Namen Ruppersdorf - vermutlich nach dem ersten Siedlungsführer - genannt worden sein.
Die ersten Jahre des Bestehens des Rittergutes Niederruppersdorf waren von einem mehrfachen Besitzerwechsel geprägt. Schließlich erwarb 1540 Dr. Ulrich von Nostitz das Gut von der Familie von Haugwitz. Die Familie von Nostitz - ein altes Adelsgeschlecht aus der Oberlausitz - behielt das Gut fast 300 Jahre in ihrem Besitz. Ihr Wappen ist zusammen mit dem Wappen der Familie von Minckwitz noch heute über der Eingangstür zu sehen.
Das Schloss brannte 1687 - eventuell nochmals 1752 - ab und wurde im Auftrag des Domherrn und Senior des Hochstifts Meißen, Johann Heinrich Gottlob von Nostitz, und nach Plänen von Andreas Hüningen auf den alten Fundamenten mit steilem Mansardendach wieder aufgebaut.
Das Schloss ist ein wuchtiger, auf quadratischem Grundriss errichteter und weitgehend schmuckloser Bau. Strebepfeiler stützen den Keller, auf dem sich zwei Wohngeschosse und das dreigeschossiges Walmdach erheben. Zum Schlossportal, worüber die Wappen der einstigen Besitzer als Hauptschmuckelemente zu finden sind, führt eine Steinbrücke mit zwei Rundbogenöffnungen.
Von der alten Gartenanlage sind Reste der Lindenallee, die in der Hauptachse des Schlosses liegt, erhalten. Das Areal des ehemaligen Schlossparks ist durch eine Bruchsteinmauer und Rotbuchenhecke zur Straße abgegrenzt. Ein Schlossteich - als Rest einer früheren Befestigung - ziert die Anlage nach der Dorfseite.
Bis 1830 lebte die Familie von Nostitz im Schloss. Dann ging es, nach einem langwierigen Erbschaftsstreit, an den Landesbestallten der Oberlausitz, Dr. Carl Wilhelm Traugott von Mayer, und schließlich an die Familie von Treba über. 1930 verkaufte Hans von Treba das Schloss an die Stadt Löbau. Von 1938 bis 1945 führte der "Bund Deutscher Osten" das Schloss als Grenzlandschule. Nachdem von 1945 bis 1947 Umsiedler im Gebäude unterkamen, nutzte man die gesamte Anlage ab Herbst 1948 als Kinderheim des Roten Kreuzes. Heute ist das Schloss in der Hand eines christlichen Vereins und soll als Schulungszentrum genutzt werden.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.0063, 14.7422