KlosterRheinland-Pfalz

Münsterdreisen

Münsterdreisen

Münsterhof

Das ehemalige Kloster Münsterdreisen, einst ein bedeutendes geistliches Zentrum, befand sich im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Von der ursprünglichen Anlage ist heute nur noch der Münsterhof erhalten, der zur Ortsgemeinde Dreisen gehört. Die Geschichte des Klosters spiegelt die wechselvolle Entwicklung religiöser Gemeinschaften in der Region wider.

Geschichte+

Die Gründung des Klosters Münsterdreisen erfolgte im Jahr 868 als Benediktinerinnenkloster durch Herzog Nanthar und seine Gemahlin Kunigunde. Der heilige Saturninus von Toulouse fungierte als Schutzpatron der Klosterkirche. Nach dem Ableben des Stifters ging das Kloster in den Besitz der Salier über und wurde um 951 möglicherweise durch einen Ungarnzug zerstört. Im dritten Viertel des 11. Jahrhunderts erfolgte die Neugründung durch die Salier als Augustinerchorherren-Kloster.

Eine weitere bedeutende Umwandlung erfuhr Münsterdreisen im Jahr 1144, als Herzog Friedrich II. von Schwaben, unterstützt von Graf Ludwig III. von Arnstein, das Kloster in ein Prämonstratenserkloster umwandelte. Es wurde mit Chorherren aus dem Kloster Arnstein besiedelt, und König Konrad III. bestätigte alte Rechte und tätigte neue Schenkungen. Diese Epoche, die bis ins 14. Jahrhundert andauerte, gilt als die Blütezeit des Klosters. Eine Überlieferung aus der Vita des Grafen Ludwig von Arnstein berichtet von einem desolaten Zustand des Klosters um 1140, woraufhin Graf Ludwig die Reformierung einleitete. Er berief Prämonstratenser aus dem Kloster Gottesgnaden und seinen Kaplan Marquard, der 1145 erster Propst wurde. Später entstanden die Töchterklöster Marienthal und Enkenbach, die Münsterdreisen unterstellt waren.

Ab 1320 wurde das Kloster von einem Abt geleitet. Im Jahr 1523 übergab der letzte Abt, Johann Bicker, den Konvent an das Kloster Lorsch, da er der einzige verbliebene Konventuale war. Während des Bauernkrieges im Jahr 1525 wurde die Anlage geplündert und zerstört. 1541 tauschte der Lorscher Propst Jakob Zentner die Abtei Münsterdreisen mit der Kurpfalz ein. Papst Julius III. erlaubte 1551 die Auflösung von Münsterdreisen und elf weiteren Klöstern zugunsten der Universität Heidelberg. Die offizielle Auflösung erfolgte am 6. September 1553, als kurpfälzische Beauftragte die Abtei in Besitz nahmen.

Lage+

Das ehemalige Kloster Münsterdreisen befand sich im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz, eingebettet in die Landschaft zwischen den Ortschaften Dreisen und Standenbühl. Die Lage des Klosters lag auf einer Höhe von etwa 219 Metern über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

An der Stelle des ehemaligen Klosters Münsterdreisen befindet sich heute der Münsterhof, der zur Ortsgemeinde Dreisen gehört. Ein gotisches Sakramentshaus aus der Zeit um 1400, das ursprünglich in einem Keller des Münsterhofes eingemauert war, wurde später in die Klosterkirche Hane in Bolanden überführt und stammt offenbar aus der Klosterkirche Münsterdreisen.

In der Naehe+
  • Kloster Rosenthal (Sakralbau, ca. 3860 m entfernt)
  • Burgruine Neu-Bolanden (Burg, ca. 5155 m entfernt)
  • Burgruine Stauf (Burg, ca. 5285 m entfernt)
  • Burgruine Wildenstein (Burg, ca. 5812 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Joachim Specht / CC0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.5939, 7.9990