Wohnprojekt
Michaeliskonvent

Der Michaeliskonvent in Lübeck, Schleswig-Holstein, war eine bedeutende klösterliche Gemeinschaft, die im Jahr 1451 gegründet wurde. Als älteste und größte Niederlassung der Schwestern vom Gemeinsamen Leben im Ostseeraum zeichnet er sich durch einen umfangreichen Bestand an mittelniederdeutschen Handschriften aus und ist heute ein geschütztes Kulturdenkmal in Deutschland.
Geschichte+
Die Ursprünge des Konvents reichen bis ins Jahr 1397 zurück, als der Lübecker Bürger Berthold Segeberg ein Grundstück in der Aegidienstraße erwarb, um dort ein Armenhaus zu errichten. Die sich dort sammelnde Frauengemeinschaft, die nach klosterähnlichen Regeln unter dem Schutz des Erzengels Michael lebte, wurde als Segeberg- oder Michaeliskonvent bekannt. Im Jahr 1450/51 stiftete Bertholds Sohn, Ratsherr Johann Segeberg, einen Neubau. Mit der Unterstützung des Lübecker Bischofs Nikolaus II. Sachau fanden hier Schwestern vom Gemeinsamen Leben ein Zuhause, um nach den Prinzipien der Devotio moderna zu leben. Dreizehn Jahre später entstand die Michaelis-Kapelle. Die Gemeinschaft erhielt eine Ordnung nach der Augustinusregel durch Bischof Arnold Westphal. Die Schwestern, die eine schlichte graue Wolltracht trugen, lebten von Spinnerei und Weberei und wurden daher auch Wollschwestern genannt. Sie vervielfältigten zudem gelegentlich Handschriften und unterrichteten Mädchen. Im Zuge der Reformation in Lübeck im Jahr 1531 wurde der Konvent aufgelöst. Die Gebäude dienten zunächst als Altenstift und ab 1556 als Waisenhaus. Im Jahr 1720 erfolgte eine umfassende Erneuerung des Gebäudes mit einem Staffelgiebel aus Backstein.
Lage+
Der Michaeliskonvent befindet sich in der Hansestadt Lübeck im Bundesland Schleswig-Holstein in Norddeutschland.
Vor Ort+
Nach einer Nutzung als Sozialamt bis 1998 ist der ehemalige Michaeliskonvent seit dem Jahr 2000 Teil des Wohnprojekts Aegidienhof Lübeck. Die erhaltenen etwa 100 Bände der einstigen Klosterbibliothek sind heute in der Stadtbibliothek Lübeck verwahrt und von einzigartiger Bedeutung für die Überlieferung der mittelniederdeutschen Sprache.
In der Naehe+
- Palais Brömserhof (Residenz, 114 m)
- Palais Geverdeshof (Residenz, 171 m)
- Schloss Rantzau (Schloss, 324 m)
- Lübecker Dom (Sakralbau, 418 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Concord / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.8637, 10.6901