Die Burg kann besichtigt werden
Marienburg
Die Marienburg ist eine spätmittelalterliche Wasserburg im nach ihr benannten Ort Marienburg, der zur Stadt Hildesheim im niedersächsischen Landkreis Hildesheim gehört. Die Niederungsburg liegt unweit der Innerste, in deren Sumpfgebiet sie ursprünglich erbaut wurde, und südlich des Hildesheimer Stadtteils Itzum nahe der Landesstraße L 491.
Die Marienburg wurde 1346 bis 1349 vom Hildesheimer Bischof Heinrich III. von Braunschweig-Lüneburg (1331–1363) als Trutzburg gegen die aufbegehrenden Bürger seiner Bischofsstadt erbaut.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1632 erobert, dabei wurden die oberen Stockwerke von Ost- und Südflügel zerstört. Sie wurden 1663 im Fachwerkstil erneuert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die Burg an strategischer Bedeutung und wurde nur noch für Wohnzwecke benutzt. 1806 wurde sie in eine Staatsdomäne umgewandelt. Bis heute wird sie Domäne Marienburg genannt.
Bis 1946 war die Marienburg Namensgeberin des gleichnamigen Landkreises Marienburg, der dann mit dem Landkreis Hildesheim zum Landkreis Hildesheim-Marienburg fusionierte.
Auf dem Gelände der Domäne war von 1945 bis 1981 ein großer Gemüseanbaubetrieb ansässig, der vor allem Konserven produzierte. Zudem wurde von 1949 bis 1991 im Gewölbekeller der Burg in einer Eisfabrik das im Landkreis noch heute bekannte "MUKU"-Eis produziert. Ein Grund, weshalb auf dem Gelände oft reger Betrieb herrschte, um im Werksverkauf frisch produziertes Eis erstehen zu können.
Am 1. März 1974 wurde Marienburg in die Stadt Hildesheim eingegliedert.
Seit 1993 wird die Marienburg von der Universität Hildesheim als Lehr- und Forschungszentrum Kulturcampus Domäne Marienburg genutzt und beheimatet seit 2014 alle Institute im Fachbereich Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation.
Am 16. September 2005 kaufte die Stadt Hildesheim die Domäne Marienburg für 12,1 Millionen Euro.
Anlage+
Burg Marienburg besteht aus drei Flügeln. Zum Nordflügel gehört der auch "Hohes Haus" genannte, viergeschossige Palas, zum Südflügel der Bergfried und die ehemalige Brauerei. Dazwischen erhebt sich der Ostflügel. Der Zugang zur Burg erfolgte stets von Westen her. Bei Bauarbeiten fand man gegen Ende der 1960er Jahre die Reste eines Torturmes und einer Holzbrücke.
Die ältesten Gebäude der Burg sind der Palas sowie der 31 m hohe Bergfried mit seiner Grundfläche von 8,55 x 8,75 m. Der Palas diente seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr für Wohnzwecke, sondern nur noch als Kornspeicher.
Wie bei vielen anderen Burgen, die zeitgleich mit der Marienburg gebaut wurden, baute man auch hier die einzelnen Gebäude unmittelbar an die Umfassungsmauer der Burg, so dass von jedem Gebäude eine Mauer mit der Umfassungsmauer verschmolz. Das ersparte Bauzeit und Baumaterial. Die äußere Mauer des Südflügels ist daher 2 m dick, die Mauer zum Burghof hin jedoch nur 1 m. Die Mauern des Palas sind bis zu 2,35 m dick. Die Umfassungsmauer der Burg war im Osten und Westen 10 m hoch und 2 m breit, auf ihr verlief ein Wehrgang.
Umgeben wurde die gesamte Burg von zwei Wassergräben mit einem Wall dazwischen. Nach 1945 wurden die Gräben zugeschüttet, sie sind jedoch im Osten und Süden der Burg noch als flache Mulden zu erkennen.
Die Burg, insbesondere der Bergfried und das Hohe Haus, sind relativ gut erhalten. Das Kutscherhaus und die Steinscheune, im Volksmund auch Ochsenstall genannt, wurden saniert. 2008 begannen Maßnahmen für bauliche Änderungen der Gesamtanlage. Unter anderem werden derzeit (2010) Teile ehemalige Produktions- und Lagergebäude abgerissen. Das Hofcafé ist bereits in einem Neubau untergebracht.
Tourismus+
Die Domäne Marienburg ist als Sehenswürdigkeit im südlichen Hildesheimer Umland bekannt. Sie kann regelmäßig auf Führungen teilweise auch von innen besichtigt werden. Auf dem Gelände kann im Schulmuseum ein Einblick in einen nachgebauten, alten Klassenraum genommen werden. Auch Sonderausstellungen finden dort statt. Auf dem Gelände befindet sich ein Hofcafé.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jörg Heldt
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.1146, 9.9815