Kloster (aktiv), Schule, kirchenmusikalisches Zentrum, Redaktion
Magdalenerinnen-, dann Dominikanerinnenkloster St. Magdalena, Speyer

Das Kloster St. Magdalena in Speyer, Rheinland-Pfalz, ist ein historisches Sakralgebäude mit einer reichen Geschichte. Ursprünglich als Gemeinschaft von Reuerinnen gegründet, entwickelte es sich zu einem bedeutenden Dominikanerinnenkloster und prägte über Jahrhunderte das religiöse und soziale Leben der Stadt. Die Anlage, die heute als Kulturdenkmal geschützt ist, zeugt von wechselvollen Zeiten und beharrlichem Glauben.
Geschichte+
Die Ursprünge des Klosters liegen in einer Reuerinnen-Gemeinschaft, die um 1227 in St. Leon entstand und bereits 1228 nach Speyer übersiedelte. Auf einem gestifteten Grundstück nördlich des Speyerer Doms wurde die Klosteranlage errichtet. Im Jahr 1304 schlossen sich die Reuerinnen dem Dominikanerorden an, was Papst Benedikt XI. genehmigte. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges im Jahr 1689 brannte das Kloster nieder, doch die Schwestern kehrten zehn Jahre später zurück und bauten es wieder auf. Die Kriege nach der Französischen Revolution zwangen die Nonnen zwischen 1792 und 1795 mehrfach zur Flucht. Obwohl sie 1797 zurückkehren konnten, erfolgte 1802 die Säkularisation. Die Gebäude wurden staatlich veräußert, doch 1807 gelang es den Dominikanerinnen, die Anlage mit familiärer Unterstützung zurückzukaufen. Sie lebten dort zunächst insgeheim als geistliche Gemeinschaft. 1811 zog der Freisinger Domherr Graf Damian Hugo Philipp von Lehrbach als Pensionär ins Kloster ein und wurde ein wichtiger Wohltäter. Nach seinem Tod 1815 hinterließ er dem Konvent einen Messkelch und trug zur Wiedergründung der Diözese Speyer bei. König Ludwig I. von Bayern stellte das Kloster 1828 offiziell wieder her, verbunden mit der Auflage, die katholische Mädchenbildung zu fördern. Während der NS-Zeit wurden alle Klosterschulen geschlossen, was einige Schwestern dazu bewog, Schulen in Peru und Brasilien zu gründen. In Deutschland mussten bis 2010 alle Schulen mangels Nachwuchs aufgegeben werden.
Lage+
Das Kloster St. Magdalena befindet sich in Speyer, einer Stadt in Rheinland-Pfalz, Deutschland. Die Anlage liegt im Nordwesten der Stadt, unweit des südlich gelegenen Speyerer Doms.
Vor Ort+
Der weitläufige Klosterbezirk ist als Denkmalzone geschützt. Am Eingang steht ein Torbau aus dem Jahr 1889 mit einem Wappenrelief und der Inschrift „Veritas“. In der historischen Stadtmauer sind alte Grabkreuze aus dem 18. Jahrhundert eingelassen. Das ehemalige Schulhaus von 1832 dient heute als kirchenmusikalisches Zentrum des Bistums Speyer und beherbergt die Redaktion der Bistumszeitung „der pilger“. Die Klosterkirche St. Maria Magdalena geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Im August 2013 eröffneten die Dominikanerinnen eine Ganztagsgrundschule mit musikalischem Schwerpunkt.
In der Naehe+
- Speyerer Dom (Sakralbau, 315 m)
- Speyerer Stadtbefestigung-Heidentürmchen (Stadtbefestigung, 332 m)
- Schloss Eremitage (Schloss, 8894 m)
- Schloss Schwetzingen (Schloss, 11640 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Sundar1 / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.3200, 8.4428