Privatbesitz
Kommende Rörchen

Die Kommende Rörchen war eine Niederlassung des Templerordens am Flüsschen Rörchen (Rurzyca), etwa 4 km nordöstlich von Königsberg in der Neumark (heute Chojna). Herzog Barnim I. von Pommern-Stettin schenkte dem Orden 1234 das Land Bahn; 1235 folgte eine weitere Schenkung des Bischofs von Lebus (200 Hufen). Die Templer errichteten hier einen Hof und eine Kapelle; 1244 ist der Ort genannt, 1248 weihte vermutlich Bischof Wilhelm von Cammin die Kapelle. Der erste bekannte Komtur ist 1261 Friedrich von Salzwedel. Die Lage an der Grenze zu Brandenburg führte zu Konflikten; 1290 überfiel ein pommerscher Herzog den Hof. Weitere Komture waren Bernhard von Eberstein und Jordan von Esbecke.
Nach der Aufhebung des Templerordens 1312 übertrug Herzog Otto I. die Güter bereits 1311 an den Johanniterorden. Die Johanniter unterhielten die Kommende weiter (Komture u. a. Henning von Buch 1334, Wilhelm von Holsten um 1373). In einer Fehde um 1373/1377 zerstörten die von Wedel und Bürger von Königsberg die Gebäude; die Kapelle blieb. Generalpräzeptor Bernd von der Schulenburg verlegte den Sitz 1382 nach Wildenbruch; Rörchen sank zum Ordenshof herab. Nach 1648 verlor der Orden die Kommende Wildenbruch; die Freiherrschaft kam an Schweden, 1680 an Schwedt-Vierraden und 1788/89 an Preußen. 1816 wurde das Gut Rörchen zu Erbpacht verkauft (u. a. an Georg Ludwig Hartig, später von Klitzing und 1920–1945 an Modrow). 1945 wurde es enteignet und danach als polnisches Staatsgut genutzt; heute befindet es sich in Privatbesitz.
Erhalten ist die Kapelle aus Feldstein, einschiffig mit rechteckigem Chor (Gesamtmaß etwa 16,5 × 8,8 m), orientiert, im Typus früher Templerkapellen. Sie diente später als Speicher und im 19. Jahrhundert als Brennerei. Ausgrabungen 1996–2004 bestätigten einen unbefestigten klösterlich-landwirtschaftlichen Hof mit Mühle. Die Kapelle ist ein Kulturdenkmal in Privatbesitz und befindet sich in Renovierung; das umliegende Areal ist weitgehend überformt.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Foto: Jörg Heldt (Community)
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.9961, 14.4827