Das Kloster kann besichtigt werden
Kommende Lage

Die Kommende Lage, ein historisches Kloster in der Gemeinde Rieste bei Osnabrück, Niedersachsen, war über Jahrhunderte eine bedeutende Niederlassung des Johanniter- und Malteserordens in Nordwestdeutschland. Die Anlage, die sich auf etwa 43 Metern über dem Meeresspiegel befindet, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und ist bis heute ein Ort von kultureller und spiritueller Bedeutung.
Geschichte+
Die Ursprünge der Kommende Lage reichen bis ins Jahr 1245 zurück, als Graf Otto I. von Tecklenburg einen Hof dem Johanniterorden stiftete. Ab 1260 siedelten sich die Johanniter dort an, und die Gemeinschaft wuchs rasch. Bereits 1262 lebten zwölf Ordensleute in Lage, und 1341 zählte die Niederlassung 45 Johanniter, was sie zur größten innerhalb der niederrheinisch-westfälischen Ballei machte. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich eine Wallfahrt zum Lager Kreuz, einem 1315 geweihten Kruzifix. Im Jahr 1384 wurde die Kommende bei einem Konflikt mit dem Osnabrücker Fürstbischof Dietrich von Horne angegriffen und die Gebäude unbewohnbar gemacht. Nach seiner Exkommunikation gab der Bischof die Kommende 1395 an den Orden zurück und unterstützte den Wiederaufbau, doch erreichte Lage nicht mehr seine frühere Bedeutung. Nach der Reformation blieb die Kommende eine katholische Enklave in der protestantischen Umgebung. Der Dreißigjährige Krieg brachte weitere Plünderungen und Besetzungen durch dänische und schwedische Truppen, die schwere Schäden anrichteten. Unter Komtur Johann Jakob von Pallandt wurden ab 1646 neue Gebäude errichtet. Die Kommende wurde 1810 im Zuge der Säkularisation aufgelöst und fiel später an die Klosterkammer Hannover.
Lage+
Die Kommende Lage befindet sich in der heutigen Gemeinde Rieste im Landkreis Osnabrück, innerhalb des Bundeslandes Niedersachsen. Die geografische Höhe der Anlage beträgt etwa 43 Meter über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die erhaltenen Kommendegebäude wurden zwischen 1657 und 1660 neu errichtet und bildeten ursprünglich eine vierflügelige Anlage. Heute sind der West-, Süd- und Ostflügel erhalten, wobei ein quadratischer Turm in der Nordwestecke vermutlich ein Überrest der ursprünglichen Bebauung ist. Im Südflügel befindet sich ein Rittersaal. Nach dem Verkauf im Jahr 1964 wurde die Anlage zunächst als Hotel und Restaurant genutzt. 1999 erwarb der Bischof von Osnabrück die Kommende, die daraufhin ein Kloster der Dominikanerinnen beherbergte. Nach deren Auszug im Jahr 2020 übernahmen Franziskaner-Minoriten aus der Provinz St. Elisabeth die Kommende als Kloster. Das Bistum Osnabrück plant jedoch, die Kommende ab 2026 aufgrund hoher Sanierungskosten zu verkaufen, wobei die Wallfahrt zum Lager Kreuz weiterhin gefördert werden soll.
In der Naehe+
- Rittergut Varendorf (Herren- und Gutshaus, 2770 m)
- Rittergut Sögeln (Herren- und Gutshaus, 5430 m)
- Kloster Malgarten (Kloster, 5449 m)
- Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück (Kloster, 8339 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rieste_kommende_lage_hohe_hase_10.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.4966, 8.0262