Pfarrkirche
Kollegiatstift St. Martin, Zyfflich/Kranenburg

Das Kollegiatstift St. Martin in Zyfflich, später Kranenburg, war ein bedeutendes geistliches Zentrum am Niederrhein. Ursprünglich als Benediktinerkloster gegründet, entwickelte es sich zu einem einflussreichen Kollegiatstift, dessen Geschichte eng mit der regionalen Herrschaft und den kirchlichen Strukturen verbunden ist. Die ursprüngliche Stiftskirche in Zyfflich gilt bis heute als bemerkenswertes Beispiel ottonischer Baukunst.
Geschichte+
Die Gründung des Stifts St. Martin erfolgte zu Beginn des 11. Jahrhunderts durch Graf Balderich von Drenthe und seine Gemahlin Adela von Elten. Sie weihten das Institut dem Heiligen Martin von Tours. Anfänglich war das Stift ein wichtiger Sitz innerhalb des Archidiakonats Xanten, und seine Pröpste waren im Hochmittelalter oft im Umfeld der Kölner Erzbischöfe anzutreffen. Im Jahr 1117 tauchte erstmals ein Graf von Kleve als Vogt des Stifts auf, was in der Folgezeit zu wiederholten Auseinandersetzungen zwischen den Kanonikern und den Grafen führte, da Letztere sich Stiftsbesitzungen aneigneten. Die Klever Grafen errichteten im 13. Jahrhundert auf Ländereien des Stifts die Burg und die Stadt Kranenburg. Im Jahr 1297 mussten die Stiftsherren die Eigenständigkeit der Pfarre Kranenburg anerkennen. Im Jahr 1436 verlegte Herzog Adolf II. von Kleve das Stift nach Kranenburg in die dortige Pfarrkirche, die durch die Mittel der Kreuzwallfahrt neu gebaut wurde. Diese Entscheidung diente sowohl der Sicherheit der Kanoniker in der ummauerten Stadt als auch dem Wunsch des Herzogs, seinen Einfluss auf das Stift zu stärken. Das Martinsstift bestand in Kranenburg bis zu seiner Säkularisation im Jahr 1802. Ein bekannter Propst im 16. Jahrhundert war der Humanist Johann von Vlatten.
Lage+
Das Kollegiatstift St. Martin befand sich zunächst in Zyfflich und später in Kranenburg, beides Orte in der Region Kleve, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Vor Ort+
Die ursprüngliche Stiftskirche in Zyfflich, die im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Um- und Wiederaufbauten erlebte, wird heute noch als bedeutendes Zeugnis ottonischer Architektur im Rheinland geschätzt.
In der Naehe+
- Stadtbefestigung Kranenburg (Stadtbefestigung, ca. 159 m entfernt)
- Haus Kreuzfurth (Herren- und Gutshaus, ca. 1692 m entfernt)
- Haus Germeseel (Schloss, ca. 2321 m entfernt)
- Burg Zelhem (Burg, ca. 3639 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Gouwenaar / Public domain via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.7897, 6.0060