KlosterAachen

Klosterather Hof

Klosterather Hof

Universitätsgebäude

Der Klosterrather Hof in der Städteregion Aachen, Nordrhein-Westfalen, war einst ein bedeutender Klosterhof, der sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem vielseitigen Komplex aus Wohn- und Fabrikationsgebäuden entwickelte. Heute ist er als Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen geschützt und zeugt von einer reichen Vergangenheit, die von kirchlicher Nutzung über industrielle Produktion bis hin zu städtischer Entwicklung reicht.

Geschichte+

Im Jahr 1536 etablierte sich der Klosterrather Hof als Stadthaus der Abtei Klosterrath aus dem Herzogtum Limburg in Aachen. Nach dem verheerenden Stadtbrand von Aachen im Jahr 1660 erfuhr das Anwesen eine erhebliche Erweiterung durch den Zukauf weiterer Grundstücke, insbesondere entlang der Eilfschornsteinstraße. Zwischen 1786 und 1802 wurden umfangreiche Neubauten unter der Leitung des Aachener Barockbaumeisters Joseph Moretti realisiert, darunter das noch heute erhaltene Hoftor. Die Säkularisation der linksrheinischen Gebiete im Jahr 1802 führte dazu, dass der Hof an die Französische Republik fiel. Napoleon Bonaparte persönlich verkaufte das Anwesen 1804 an den Nadelfabrikanten Laurenz Jecker, der dort eine moderne Nadelfabrik gründete. Mit rund 150 Mitarbeitern wurden jährlich über eine Million Stecknadeln produziert und europaweit vertrieben. Nach Jeckers Rückzug im Jahr 1809 übernahmen die Brüder Migeon das Geschäft. Ab 1811 beteiligten sich die Brüder Johann Josef und Johann Heinrich Schervier, die bereits einen Kupferhof in der Nähe betrieben, als gleichberechtigte Partner. Johann Heinrich Schervier wurde 1823 Alleineigentümer, und seine Tochter, die spätere Ordensgründerin Franziska Schervier, wuchs in dem Wohnhaus auf. Nach seinem Tod 1845 erbte Ludwig Heinrich Schervier das Grundstück. Die Fabrikationsgebäude wurden später von Laurenz Jeckers Sohn Julius Caesar Jecker übernommen und 1877 an Heusch & Butenberg übertragen. Nach dem Tod Ludwig Heinrich Scherviers im Jahr 1896 erbte seine Witwe Franziska die Grundstücke, die sie 1910 an den Maschinenfabrikanten A. Schiffers verkaufte. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Klosterrather Hof zerstört und später weitgehend abgetragen. Die Flächen gingen an das Land Nordrhein-Westfalen über und wurden von der RWTH Aachen mit einem Hörsaalgebäude, dem Kármán-Auditorium, bebaut. Lediglich das barocke Tor von 1786 blieb erhalten und wurde in die Gestaltung der Freiflächen integriert.

Lage+

Der Klosterrather Hof befindet sich in der Eilfschornsteinstraße in Aachen, einer Stadt in der Städteregion Aachen im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Vor Ort+

Heute ist vom ursprünglichen Klosterrather Hof nur noch das historische Hoftor aus dem Jahr 1786 erhalten, das in die Freiflächengestaltung des Kármán-Auditoriums der RWTH Aachen integriert ist. Der Rest des Geländes wird von modernen Universitätsgebäuden genutzt.

In der Naehe+
  • Aachener Dom (Sakralbau, 414 m)
  • Stadtbefestigung Aachen-Ponttor (Stadtbefestigung, 512 m)
  • Stadtbefestigung Aachen-Marienturm (Stadtbefestigung, 607 m)
  • Kloster Salvatorberg (Sakralbau, 894 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Euku / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.7771, 6.0799