Internat Urspringschule
Kloster Urspring

Das Benediktinerinnenkloster Urspring in Urspring bei der Stadt Schelklingen, gegründet (nach) 1127, aufgelöst 1806, war ein Priorat des Klosters St. Georgen im Schwarzwald.
Geschichte+
Vermutlich im 10. Jahrhundert wurde südwestlich von Blaubeuren bei Schelklingen das Quellgebiet eines Baches besiedelt, das nach dieser Quelle und dem Bach den Namen „Urspring(en)“ erhielt und Teil der Swerzenhuntare war. Erstmals wird Urspring in einer nur abschriftlich überlieferten Urkunde von 1127 genannt. Eine Stifterfamilie – drei Brüder mit den Namen Rüdiger, Adalbert und Walther – übergab darin den Ort Urspring mit der Kirche an das Kloster St. Georgen im Schwarzwald, repräsentiert durch den Abt Werner I. und den Konvent. Mit der Vogtei über Urspring wurde Graf Diepold II. von Berg (1116/27–1160/66) betraut. Dass bald danach Benediktinerinnen in Urspring einzogen, ergibt sich aus der späteren Überlieferung. Sogar dass die Nonnen aus dem St. Georgener Tochterkloster Amtenhausen kamen, ist bekannt. Eindeutig spricht das St. Georgener Privileg Papst Alexanders III. von 1179 von der Unterstellung Ursprings unter das Schwarzwaldkloster. Die cella, das Priorat, das Tochterkloster, war ein von der Schwarzwälder Mönchsgemeinschaft abhängiger Frauenkonvent „im Recht des Eigentums“ St. Georgens. Obwohl für das 12. Jahrhundert diesbezügliche Nachrichten fehlen, kann aus der späteren Überlieferung gefolgert werden, dass das Frauenkloster einen Prior beherbergte. Dieser war ein Mönch aus St. Georgen als Vertreter des Schwarzwaldklosters vor Ort. Gleichzeitig fungierte der Prior als Pfarrer der Klosterkirche, Seelsorger und Beichtvater der Nonnen. In den ersten hundert Jahren seines Bestehens muss das Kloster Urspring arm gewesen sein. Keine Güterschenkung ist bis 1237 überliefert. Dementsprechend kann man auch nur von einem kleinen Frauenkonvent ausgehen, der unter der Leitung einer Meisterin (magistra) stand. Seit dem 13. Jahrhundert liegen bessere Quellen zum Benediktinerinnenkloster Urspring vor. Nach der Zerstörung des Klosters in den Kämpfen zwischen dem staufischen König Konrad IV. und Anhängern der päpstlichen Partei (1246/1247) konnte sich die Nonnengemeinschaft wieder erholen. Dies geht aus einer Bulle Papst Alexanders IV. (1254–1261) hervor, die dieser mit Datum vom 8. März 1258 für Urspring ausstellte. In der Folgezeit gewann Urspring – auch weil es sich immer mehr von seinen benediktinisch-klösterlichen Grundlagen entfernte – größeres Ansehen bei den Adelsgeschlechtern der Umgebung, die ihre nun mit Eigenbesitz ausgestatteten Töchter nunmehr standesgemäß unterbringen konnten. St. Georgen konnte und wollte dieser Entwicklung nicht entgegensteuern, zumal – so scheint es – das Frauenkloster gegenüber der Mönchsgemeinschaft im Schwarzwald doch etwas an Selbstständigkeit gewann. Ein eigenes Siegel (1258/1275), die kaum feststellbare Beteiligung des St. Georgener Abtes an Urspringer Güterkäufen und -verkäufen, eine über weite Strecken fehlende geistliche und rechtliche Aufsicht über das Frauenkloster belegen dies, der Festschreibung der Rechte St. Georgens in einer Urkunde vom 14. April 1328 zum Trotz. Auch an der Bursfelder Klosterreform für den zusammengeschmolzenen Urspringer Frauenkonvent (1475) war St. Georgen, das selbst nicht reformiert wurde, nur indirekt beteiligt. Das Kloster Urspring blieb aber St. Georgen weiter unterstellt. Daran änderte ebenfalls die Reformation nichts (1536/1566); Urspring befand sich seit 1566 unter der Leitung des katholischen Abtes St. Georgens, der in Villingen residierte. Erst Streitigkeiten im Urspringer Konvent nach der Wahl der Äbtissin Maria Abundantia von Barille (1797–1806/15) führten 1802 dazu, dass St. Georgen auf seine Rechte in Urspring verzichtete. Das Benediktinerinnenkloster wurde 1806 säkularisiert. Heute beherbergt es das Internat Urspringschule.
Meisterinnen und Äbtissinnen+
Erhaltene Bauten des Klosters+
Sämtliche ehemaligen Klostergebäude stehen unter Denkmalschutz und wurden in die Liste der Schelklinger Baudenkmale eingetragen.
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Lage: 48.3819, 9.7188