Klosterbetrieb
Kloster St. Walburg

Das Kloster St. Walburg, eine Benediktinerinnenabtei in Eichstätt, Bayern, ist ein historisch bedeutsamer Ort, der seit seiner Gründung im 11. Jahrhundert ununterbrochen besteht. Es ist bekannt für seine lange Geschichte, die Verehrung der heiligen Walburga und seine Rolle als Bildungsstätte.
Geschichte+
Die Ursprünge des Klosters reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, als die Gebeine der heiligen Walburga zwischen 870 und 879 nach Eichstätt überführt wurden, wo sich bereits ein Kreuzkirchlein befand. Kanonissen siedelten sich an dieser Stätte an. Im Jahr 1035 stiftete Graf Liutger von Lechsgmünd und Graisbach das Benediktinerinnenkloster, dessen erste Äbtissin Imma, eine Nichte des Stifters, war. Die Gründungsausstattung umfasste Ländereien in mehreren umliegenden Ortschaften. Im 15. Jahrhundert, unter Bischof Johann III. von Eych, wurde das Kloster, das zu dieser Zeit eine wichtige Einrichtung für adelige Töchter war, reformiert. Während des Schwedenkrieges im Jahr 1634 erlitten die Klostergebäude schwere Zerstörungen durch einen Brand, wurden jedoch in der Barockzeit wiederaufgebaut. Obwohl das Kloster 1806 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde, durften die Nonnen aufgrund ihres Wunsches, ihren Gelübden treu zu bleiben, ihre Gemeinschaft fortsetzen. Eine Wiederbelebung des Klosters erfolgte 1835 auf Anordnung König Ludwigs I. von Bayern, verbunden mit der Auflage, die Mädchenbildung in Eichstätt zu übernehmen. 1914 wurde das Kloster zur Abtei erhoben. Die Klosterkirche, die auch als Pfarrkirche dient, ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte zum Grab der heiligen Walburga. Das Kloster spielte auch eine Rolle bei der Gründung von Benediktinerinnenkongregationen in Nordamerika, initiiert durch Mutter Benedicta Riepp im Jahr 1852.
Lage+
Das Kloster St. Walburg befindet sich in der Stadt Eichstätt im Bundesland Bayern, Deutschland. Es liegt auf einer Höhe von etwa 413 Metern über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die Benediktinerinnen führen heute ein aktives Klosterleben, das neben dem Stundengebet auch die Betreuung eines Klosterladens und eines Gästehauses umfasst. Sie sind zudem in der Hauswirtschaft, im Gartenbau, in verschiedenen Werkstätten sowie in einem Kindergarten und einer Grundschule tätig. Pilger werden ebenfalls betreut. Die Abtei beherbergt ein Archiv mit spätmittelalterlichen Handschriften und Musikhandschriften sowie eine Bibliothek mit rund 20.000 Bänden, darunter 5.080 Werke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Im Jahr 2022 wurden Sanierungsarbeiten abgeschlossen und ein Gästehaus namens „St. Anna“ eingeweiht.
In der Naehe+
- Dominikanerkloster Eichstätt (359 m)
- Kollegiatstift St. Willibald, Eichstätt (414 m)
- Kloster Heilig Geist (418 m)
- Dom zu Eichstätt (424 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.8957, 11.1831