Schule
Kloster St. Augustinus (Amberg)

Das ehemalige Kloster St. Augustinus in Amberg, Bayern, war einst ein bedeutendes Zentrum für die Bildung junger Frauen in der Oberpfalz. Es wurde im späten 17. Jahrhundert gegründet und diente dem Orden der Salesianerinnen.
Geschichte+
Die Initiative zur Errichtung eines Klosters in Amberg geht auf das Jahr 1667 zurück, als Papst Alexander VII. auf Wunsch von Henriette Adelaide von Savoyen die Genehmigung erteilte. Während ein Schwesternkloster in München bereits 1671 entstand, dauerte es bis 1692, bis Kurfürst Maximilian II. Emanuel dem Ansinnen des Amberger Magistrats stattgab, Salesianerinnen anzusiedeln. Diese sollten Mädchen in Handarbeit, Tugenden und Frömmigkeit unterrichten. Im April 1692 bezogen sieben Schwestern aus dem Münchner Mutterhaus eine provisorische Bleibe in Amberg. Die Finanzierung erfolgte durch die Einkünfte der ehemaligen Klöster Gnadenberg und Seligenporten. Zwischen 1693 und 1696 entstand der Konventbau nach Entwürfen von Wolfgang Dientzenhofer, dessen Ausstattung von Stuckateuren aus dem Umfeld Giovanni Battista Carlones gestaltet wurde. Die Klosterkirche St. Augustinus, ab 1697 errichtet, wurde 1699 geweiht. Unter der Oberin Viktoria von Orban erfuhr die Kirche eine aufwendige Umgestaltung durch Künstler wie den Wessobrunner Stuckateur Paul Anton Landes und den Augsburger Hofmaler Gottfried Bernhard Götz. Das Kloster war finanziell gut aufgestellt und gründete 1753 ein Filialkloster in Sulzbach. Ende des 18. Jahrhunderts unterrichteten die Schwestern in Amberg kostenfrei 147 Mädchen in zwei Klassen. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster am 2. März 1804 aufgelöst. Die Nonnen fanden im Filialkloster in Sulzbach eine neue Heimat. Ein Teil der Gebäude diente zunächst als Schulhaus, später als Provinzialbibliothek. Ab 1839 übernahmen die Armen Schulschwestern die restlichen Klostergebäude und erwarben sie 1849.
Lage+
Das Kloster St. Augustinus befindet sich in der Stadt Amberg in der Oberpfalz, Bayern, Deutschland.
Vor Ort+
Die ehemaligen Klostergebäude beherbergen heute die Dr.-Johanna-Decker-Schulen Amberg. Im Inneren sind in einigen Räumen noch Stuckaturen aus der Werkstatt Carlone d’Allios erhalten. Die Gebäude schließen sich mit zwei unregelmäßigen, dreigeschossigen Flügeln an den Chor der Schulkirche an.
In der Naehe+
- Alte Veste Amberg (Burg, 172 m)
- Fenzl-Haus (Residenz, 183 m)
- Stadtbefestigung Amberg-Vilstor (Stadtbefestigung, 202 m)
- Altes Pfalzgrafenschloß (Schloss, 206 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Howwi / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.4457, 11.8554