Gaststätte
Kloster St. Andreas

Das Kloster St. Andreas in Höxter, Nordrhein-Westfalen, war ein einzigartiger Sakralbau ostkirchlicher Prägung, der eine wechselvolle Geschichte als Mönchs- und Nonnenkloster erlebte. Ursprünglich ein Gasthaus, wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem spirituellen Zentrum, das von verschiedenen Konventen bewohnt wurde und heute erneut eine Gaststätte beherbergt.
Geschichte+
Die Ursprünge des Anwesens reichen ins 19. Jahrhundert zurück, als es in Altenbeken-Buke als Gasthaus der Familie Stiens diente. Im Jahr 1946 vermachte das kinderlose Ehepaar Stiens das gesamte Anwesen einer Gruppe von zwölf ukrainischen Studiten-Mönchen, die nach dem Krieg in Deutschland Zuflucht suchten. Diese Mönche, die der ukrainisch-katholischen Kirche von Lwiw angehörten, wandelten das Gebäude in ein Kloster um und wählten den Apostel Andreas zu ihrem Schutzpatron. Der Priestermönch Juvenalyj (Mokrickyj) schuf Ikonen, die bis heute im Haus erhalten sind. Bereits 1949 verließen die Mönche das Kloster und emigrierten nach Kanada. Von 1953 bis 1954 lebten Olivetaner-Patres des byzantinischen Ritus für ein Jahr in den Räumlichkeiten.
Im Jahr 1954 übernahmen Studitinnen-Schwestern aus Krefeld-Traar das Kloster und richteten ein Altenwohnheim ein. Unter der Leitung von Schwester Sophia, die ab 1961 die Führung innehatte, wurde die Niederlassung endgültig etabliert und ein Versandbuchhandel aufgebaut. 1964 wurde das Kloster zum Sitz des „Vereins Haus St. Andreas“ mit dem Ziel, ein ostkirchliches Gebets- und Informationszentrum zu schaffen. Die Kapelle unterstand der Jurisdiktion des ukrainischen Bischofs Kyr Platon (Kornyljak). Pater Antonij, ein deutscher Mönch, zelebrierte hier sonntags Gottesdienste. In den folgenden Jahren wurde das Haus umfassend renoviert und erweitert; die ehemalige Stallungen wurden zur Klosterkapelle umgestaltet, deren Altar 1967 geweiht wurde. Der Hannoveraner Ikonenmaler Wolfgang Becker gestaltete die Ikonostase, die 1969 geweiht wurde und noch heute zu sehen ist. Ab 1971 fanden im Kloster Tagungen und Seminare statt. Ende der 1980er Jahre entstand hier das „ostkirchliche Zentrum der Gemeinschaft der Basilianerinnen vom heiligsten Erlöser“. Nach Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1997 und dem Anschluss an das Kanalnetz 2001 gaben die Nonnen das Kloster 2004 auf und kehrten in ihr Mutterhaus zurück.
Lage+
Das ehemalige Kloster St. Andreas befindet sich in Höxter, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Vor Ort+
Nach einer zweijährigen Leerstandsphase wurde das Gebäude an eine Privatperson verkauft und umgebaut. Heute beherbergt es wieder eine Gaststätte, in der die ehemalige Ikonostase in leicht abgewandelter Form in das sogenannte „Klosterstübchen“ integriert ist.
In der Naehe+
- Ruine Iburg (Bad Driburg) (Ruine, 4349 m)
- Dreifaltigkeitskloster (Bad Driburg) (Sakralbau, 4939 m)
- Schloss Reelsen (Schloss, 5891 m)
- Schloss Merlsheim (Schloss, 6974 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: R-E-AL (talk | contribs | Gallery) (German Wikipedia) / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.7518, 8.9517