KlosterRot an der Rot

Kloster Rot

Kloster Rot

Jugend- und Bildungshaus St. Norbert

Die Reichsabtei Rot an der Rot (eigentlich Roth, Münchroth oder Mönchroth) in Rot an der Rot im Landkreis Biberach war eines der ersten Prämonstratenserklöster in Oberschwaben. Das geistliche Territorium grenzte im Westen an die Reichsabtei Ochsenhausen, im Norden an die Reichsabtei Gutenzell, im Osten „über der Iller“ an die Reichsabtei Buxheim und die freie Reichsstadt Memmingen und im Süden an das weltliche Territorium Waldburg-Zeil-Wurzach.

Gründung und erste Jahrhunderte+

Das Kloster wurde vermutlich im Jahre 1126 durch Hemma von Wildenberg als Doppelkloster gestiftet. Mutterkloster vieler Prämonstratenserklöster (z.B.: Wilten, Schussenried, Steingaden). Der in unmittelbarer Nähe gelegene Frauenkonvent wurde um 1380 aufgelöst (keine Reste erhalten, an der Stelle heute Friedhofskirche). Rot stieg im 15. Jahrhundert zur Reichsabtei auf und war seit dem 16. Jahrhundert im schwäbischen Reichsprälatenkollegium vertreten. Seit 1585 war der Abt infuliert. Schirmvogtei des Klosters war die Untere Landvogtei Schwaben.

In den Reichsmatrikeln von Worms aus dem Jahre 1521, wurde das Kloster mit der Stellung von zehn Soldaten und einem Reiter geführt. Zusätzlich wurden 60 Gulden jährlich an das Reichsregiment und das Kammergericht gezahlt. Die Reichstürkenhilfe belief sich 1568 auf 530 und 1599 auf 1407 Gulden.

Zerstörung und Wiederaufbau+

Nach der Zerstörung von Teilen im Dreißigjährigen Krieg und der Vernichtung der gesamten Klosteranlage am 6. Mai 1681 durch Brandstiftung wurde das größtenteils noch bestehende barocke Kloster 1681–1698 neu errichtet.

Die Klosteranlage wird von der frühklassizistischen Klosterkirche St. Verena überragt, die 1777–1786 neu erbaut und ausgestattet wurde, da der Abt Mauritius Moritz gegen den Willen des Konvents mit dem Abbruch hatte beginnen lassen. 1777–1779 wurde der Ostteil durch Baumeister Johann Baptist Laub errichtet, doch zum eigentlichen Neubau kam es erst unter Abt Willebold Held (1782–1789). Nach der Grundsteinlegung 1783 führten die Chorherren die Arbeiten zum Teil selbst aus. Die Innenausstattung stammt von den Malern Andreas Meinrad von Ow und Januarius Zick, die Stuckarbeiten führte Franz Xaver Feuchtmayer aus. Die Orgel stammt von Johann Nepomuk Holzhey. An die Kirche schließt sich die barocke Klosteranlage an, deren zahlreiche Türmchen ihr den Beinamen Oberschwäbischer Kreml eingetragen haben. Am Fuß des Klosterhügels steht die Ökonomie mit quadratischem Grundriss, sie beherbergt heute das Rathaus.

Der 45. Abt der Reichsabtei war von 1789 bis 1803 Nikolaus Betscher, dessen kirchenmusikalische Kompositionen an seine Zeitgenossen Haydn und Mozart erinnern. Nachdem sie längere Zeit in Vergessenheit geraten waren, werden sie, nicht zuletzt durch die Initiative des Kulturforums Rot an der Rot, wieder aufgeführt.

Säkularisation bis heute+

Im Jahre 1803 wurde das Kloster entsprechend dem Reichsdeputationshauptschluss säkularisiert. Für kurze Zeit wurde ein Patrimonialobervogteiamt Rot an der Rot gebildet. Die Chorherren mussten die Anlage verlassen, das Kloster wurde zum Aussterbekloster erklärt und durfte keine Novizen mehr aufnehmen. Den Besitz, 13 Dörfer und Weiler, übernahmen zunächst die Grafen von Wartenberg im Tausch gegen ihre linksrheinische Grafschaft in der Pfalz, er ging aber bald an die Grafen Erbach-Erbach über. Wartenberg erschien mit seinen reichsgräflichen Beamten, die alle evangelischer Konfession waren. Im ehemaligen Refektorium der Kanoniker wurde ein provisorischer protestantischer Betsaal eingerichtet. Bereits ab 1806 gehörten Kloster und Ort zum Königreich Württemberg. 1947 kehrten Prämonstratenserchorherren nach Rot zurück, 1950 kam eine neu gegründete Gemeinschaft der Norbertus-Schwestern hinzu. 1959 verließen die Chorherren Rot wieder und besiedelten die Abtei Hamborn in Duisburg. Der Schwesterkonvent in Rot blieb bis 2007 bestehen und wurde dann nach Aulendorf verlegt. 1959 erwarb das Bistum Rottenburg die Klostergebäude und richtete 1960 darin ihr Jugend- und Bildungshaus St. Norbert ein.

Äbte+

Nach dem Tod des heiligen Propsts Burchard von Rot an der Rot aus dem Mutterkloster Pémontré (Propst 1126–1140) hatte das Kloster 45 Äbte, bevor es 1803 unter Abt Nikolaus Betscher aufgehoben wurde.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rot_5.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.0146, 10.0307