Privatbesitz
Hospiz
Kloster Polling

Das Kloster Polling, ein ehemaliges Kloster der Benediktiner und später der Augustiner-Chorherren, liegt im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Es war über Jahrhunderte ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum in der Region.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters Polling wird um 750 datiert, wobei die tatsächlichen Gründer wohl einer lokalen Adelsfamilie entstammten. Nach Enteignungen und Beschädigungen durch die Ungarnkriege wurde das Kloster ab 1010 von Regularkanonikern bewohnt, die sich Anfang des 12. Jahrhunderts der Augustinerregel anschlossen. Eine neue Kirche wurde 1160 geweiht, nachdem König Heinrich IV. das Kloster 1065 dem Bischof von Brixen übereignet hatte. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich Polling zu einem Wallfahrtsort. Nach einem Brand wurde die Kirche im frühen 15. Jahrhundert im gotischen Stil neu errichtet. Unter Propst Johannes Zinngießer (1499–1523) entstanden weitere Gebäude wie Präfektur, Refektorium und Bibliothek. Im 18. Jahrhundert begann der Neubau des Klosters, und die Klosterschule wurde erweitert, wobei sie nach dem Lehrplan der Jesuiten unterrichtete. Das Kloster trug maßgeblich zur Finanzierung der Wieskirche bei. Bedeutende Gelehrte wie Eusebius Amort und Franz Töpsl wirkten hier. Töpsl, von 1744 bis 1796 Propst, ließ die Klosterbibliothek neu bauen, verdoppelte den Buchbestand und richtete naturwissenschaftliche Kabinette sowie eine Sternwarte ein. Im Jahr 1803 wurde das Kloster säkularisiert, und ein Großteil seiner umfangreichen Bibliothek wurde aufgeteilt oder ging verloren.
Lage+
Das ehemalige Kloster Polling befindet sich in Polling im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau auf einer Höhe von etwa 571 Metern über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Nach der Säkularisation im Jahr 1803 wurde das Klostergut 1804 von Johann Rudolf Meyer erworben und diente zeitweise als Zentrum einer evangelischen Schweizergemeinde. Heute zeugen die erhaltenen Gebäude und Strukturen von der einstigen Bedeutung des Klosters.
In der Naehe+
- Ehemaliger Klostergasthof (70 m)
- Westflügel des Klosters (150 m)
- Ehemaliger Klosterbierkeller (1338 m)
- Ehemals Zehntkasten des Klosters Ettal, nach 1855 Bezirksamtsgebäude (3234 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 47.8117, 11.1317