Pfarrkirche
Kloster Neuendorf

Das Kloster Neuendorf in der Altmark, im Norden Sachsen-Anhalts, war die einzige Niederlassung der Zisterzienserinnen in dieser Region. Die Klosterkirche, ein bedeutendes Beispiel der Backsteingotik, ist der Heiligen Maria, dem Heiligen Benedikt und dem Heiligen Bernhard geweiht und dient heute als evangelisch-lutherische Pfarrkirche.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters erfolgte im Jahr 1228, die erste urkundliche Erwähnung als Kloster Niendorp datiert auf 1232 in einer Schenkungsurkunde von Johann I., dem Markgrafen von Brandenburg. Durch zahlreiche weitere Schenkungen des Landadels erlangte das Kloster erheblichen Einfluss und besaß um 1500 insgesamt 33 Ortschaften sowie Hebungen in 17 weiteren. Rund 60 Nonnen aus den angesehensten Familien der Altmark lebten hier und widmeten sich der Kranken- und Armenpflege, der Missionierung der Elbslawen sowie der Landwirtschaft und dem Kräuteranbau. Im Jahr 1289 wurde eine Niederlassung in Heiligengrabe in der Prignitz gegründet. Die Klosterkirche diente im 14. und 15. Jahrhundert als Grablege für das Adelsgeschlecht von Alvensleben, wovon die ältesten Grabsteine in der Kirche zeugen. Nach einer Phase des Niedergangs im frühen 15. Jahrhundert und dem teilweisen Verfall der Gebäude erfolgte in den 1480er Jahren unter Äbtissin Anna von der Schulenburg eine umfassende Instandsetzung. Die Reformation stieß zunächst auf Widerstand der Nonnen, doch 1579 wurde das Kloster in ein evangelisches Damenstift umgewandelt, nachdem die Kirche bereits 1555 evangelische Pfarrkirche geworden war. Die Klostergüter wurden 1544 unter landesherrlicher Verwaltung in das Amt Neuendorf überführt und 1834 verkauft. Im Jahr 1810 wurde das Kloster säkularisiert.
Lage+
Das ehemalige Kloster befindet sich in der Ortschaft Kloster Neuendorf im Altmarkkreis Salzwedel, im Bundesland Sachsen-Anhalt in Deutschland.
Vor Ort+
Die historische Klosterkirche wird heute als Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kloster Neuendorf genutzt. Gelegentlich finden in ihr Konzerte statt. Der barocke Turm mit seiner Schweifhaube prägt das Erscheinungsbild des einschiffigen Saalbaus aus Backstein. Im Inneren beeindrucken die Nonnenempore, das romanische Taufbecken, eine barocke Kanzel und die Orgel von Adolf Reubke. Besonders hervorzuheben sind die acht mittelalterlichen Glasfenster aus dem 14. und 15. Jahrhundert im Chorraum, die Szenen aus dem Leben Jesu darstellen und einst als Armenbibel dienten. Zudem beherbergt die Kirche mehrere mittelalterliche Grabsteine und einen silbernen, vergoldeten Abendmahlskelch aus dem Jahr 1403.
In der Naehe+
- Schloss Isenschnibbe (Schloss, 4887 m)
- Schloss Weteritz (Schloss, 8394 m)
- Herrenhaus Lindstedt (Herren- und Gutshaus, 8832 m)
- Schloss Letzlingen (Schloss, 9039 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Vanellus / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.5257, 11.4591